Olympia / Tibet
22. März 2008
Derzeit wird viel darüber debattiert, ob man aufgrund der Unruhen in Tibet, bzw. des Vorgehens der chinesischen Behörden, die olympischen Sommerspiele 2008 in Beijing boykottieren sollte. Auch wenn das dortige Vorgehen zu verurteilen ist, wäre ein Boykott meiner Meinung nach die falsche Entscheidung. Denn in erster Linie geht es um Sport. Sportler, die sich Jahre lang vorbereiten, um bei diesem Ereignis dabei zu sein, denen sollte man dies nicht nehmen! Es kann jeder selber entscheiden nicht zu starten, aber von oben herab einen Boykott zu erheben, wo ist da die Meinungsfreiheit bei uns? Auch die Berichterstattung nicht zu verfolgen, empfinde ich als ungerecht. Damit bestraft man nur die Sportler, nicht die chinesische Regierung. Was können diese dafür, dass die Spiele in China stattfinden?
Ich denke, man kann auch politisch mit den Spielen mehr erreichen als ohne. Was passiert bei einem Boykott? Die Spiele finden statt, mit eingeschränkten Teilnehmerzahlen. Die chinesischen Medien werden es so verkaufen, dass wir die Dummen sind. Ein schlechteres Image in der Welt als vorher wird China, bzw. die Regierung dort nicht haben. 2012 wird China (und gegebenenfalls andere Länder) dann London boykottieren (wegen des Irakkrieges, und ganz ehrlich, warum auch nicht? Wo zieht man die Grenze? Tibet ist provokant gesagt wenigstens eigenes Staatsgebiet!)
Was passiert mit den Spielen? Menschen aus aller Welt kommen nach China. Die dortige Jugend kommt in Kontakt mit Jugendlichen der Welt, wird mit ihren Ideen, Idealen konfrontiert. Die Sportler leben eine Möglichkeit des friedlichen Miteinander vor. Sie erzählen davon, wie sie China sehen, was sie wissen. Die Chinesische Jugend gilt als sehr weltoffen, möchte mehr von der Welt erfahren, mehr sehen.
Außerdem sind die Medien vor Ort und können die Aufmerksamkeit auf sensible Themen lenken. Man erinnere sich an die Unruhen in Birma vor nicht allzu langer Zeit. Wer berichtet nun noch davon? Die Spiele sind eine Chance, und es gilt diese zu nutzen.
Entry Filed under: Medien und Journalismus, Politik, Sportpolitik. Schlagworte: China, Olympia, Tibet.
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