WLAN vs. UMTS – Wie geht man in Zukunft mobil online?

Derzeit gibt es zwei Möglichkeiten, mobil ins Internet zu gehen. Das eher Handy-bezogene UMTS (HSDPA) und der Laptop-Standard wireless LAN. Nun ist es realistisch, dass sich eines durchsetzt – oder es einen lachenden Dritten gibt. Vergleichen wir zunächst WLAN und UMTS:

  • Übertragungsrate: WLAN: Öffentlich 20 Mbits/s, privat auch mehr – UMTS: Ca. 7,2Mbits /s
  • Reichweite: WLAN: Einzelner Spot bis zu hundert Meter – UMTS: Flächendeckend wie Handynetz
  • Sicherheit: WLAN-Missbrauch bekannt, aber lösbar
  • Bisherige Nutzung: Fast jedes Notebook ist WLAN-fähig – Moderne Multimedia-Handys können UMTS und WLAN nutzen
  • Strahlungsbelastung: Je nach Quelle heißt es WLAN oder UMTS sei gefährlicher

Vereinfacht gesagt lautet die Frage: Ist es realistischer das die Reichweite von WLAN verbessert wird, oder die Übertragungsrate von UMTS? Aber auch nur vereinfacht, denn es spielen auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle. Die UMTS- Lizenzen liegen in erster Linie bei Mobilfunkbetreibern. Beim WLAN gibt es deutlich mehr Spieler, unter anderen auch Staaten oder Städte. Dazu später mehr.

Mobile Geräte und Laptops werden wohl nie ganz verschmelzen. Der Grund: Niemand kann sich einen Laptop in die Hosentasche stecken. Auf der anderen Seite huawei169_macbook1will niemand im Ernst auf einem I-Phone Display lange Texte schreiben, aufwändige Spiele spielen oder Bilder bearbeiten! Wenn sich UMTS durchsetzt, könnte man jedoch das Handy an den Laptop anzuschließen, um ins Internet zu kommen. Andererseits, wozu? UMTS-Adapter für Laptops gibt es mittlerweile im USB-Stick-Format.

Auf der anderen Seite ist ein WLAN-Adapter in Laptops in der Regel integriert. Kann man diese großflächig nutzen? Vielleicht auch irgendwann für Mobilfunk? Meine Hochschule verwendet ein System, bei dem sich jeder mit seinen eigenen Daten ins Netzwerk einloggen muss. freifunk_logo4So kann möglicher Missbrauch zurückverflogt werden. Zudem gibt es die sogenannte Freifunk-Bewegung. Hier vernetzen einzelne Privatpersonen ihre WLAN-Router um größere WLAN-Netze aufzubauen. Prinzip: Ich öffne mein WLAN für andere, weil ich im Gegenzug erwarte, dass ich mich auch bei anderen einwählen kann.

Das Koppeln der einzelnen Spots hat nicht nur Reichweitenvorteile. Man muss sich zudem nicht jedes mal neu einwählen, wenn man von einen Sendebereich in einen anderen läuft. Neben den WLAN-Routern können alternativ auch die einzelnen Laptop als Weiterleitung genutzt werden, ein System, dass die OLPC-Laptops nutzen.

Doch nicht nur private Initiativen arbeiten an großen Netzen. Aus verschiedenen Städten (z.B. Ruhrgebiet, London) hört man immer wieder von Plane für flächendeckende WLAN-Netze. Dafür werden die Sender oft in bestehende Infrastruktur, wie Straßenlaternen eingebaut. Einige so gestaltete Netze bestehen bereits. Allen voran in Beijing gibt es bereits ein solches Netz, das ich selbst benutzt habe. Während der Olympischen Spiele konnte man sich sogar kostenlos einwählen. Der größte Teil der ersten drei Ringe war abgedeckt- 625 Quadratkilometer. Ende dieses Jahres sollen die ersten fünf Ringe abgedeckt sein. Im Folgejahr dann auch die Außenbezirke. Es wäre ein flächendeckendes WLAN-Netz von über 15.000 Quadratkilometern mit über 15 Millionen Einwohnern. 

Große WLAN-Netze (genannt WMAN) sind also möglich und werden in Zukunft sicher noch einfacher zu errichten sein. Oder wird sich bis dahin UMTS durchgesetzt haben? Oder etwas ganz anderes? So oder so wird in Zukunft vermutlich Kommunikation über nur einen Kanal laufen. 2830319467_634c5c8316Klassisches „Telefonieren“ ist bekanntlich auch über ICQ oder Skype möglich und deutlich günstiger, vor allem international. Vielleicht wird man in Zukunft gar keine Handynummer mehr bekommen, da man mobil seinen Instand-Messenger nutzt, auch für Voice-Calls. Wo man im Einzelfall beim anderen ankommt, auf dem Laptop unterwegs, Rechner zu Hause oder Handy, wäre egal. Das wäre gleichzeitig wohl auch das endgültige Ende der schon mehrfach totgesagten SMS- ständig online würden es auch „Offline-Messages“ im Instant-Messenger tun oder Twitter-Feeds oder eine Email. Freuen würde ich mich auf jeden Fall auf „Statusmitteilungen“ beim Handy. Dann kann ich gleich sehen, ob es lohnt jemanden anzurufen, oder ob er grade „away“, „not available“ oder „do not disturb“ ist.

WLAN, UMTS oder ganz anders, wie sieht die Zukunft aus? Verleibt sich der Mobilfunk das Internet ein oder das Internet den Mobilfunk? Diskutiert mit! Schreibt einen Kommentar oder einen Beitrag in eurem eigenen Blog (werde ich dann gerne verlinken). Und gebt eure Stimme bei nachfolgender Umfrage ab (nicht repräsentativ)!

Was ist der mobile Internetstandard der Zukunft
WLAN
UMTS
beides nebeneinander
etwas ganz anderes
Auswertung

Fotoquellen: Unic0der, Freifunk.net, William Hook via Flickr (CCL)

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2 Gedanken zu “WLAN vs. UMTS – Wie geht man in Zukunft mobil online?

  1. Ein guter Beitrag, die Vor- und Nachteile hast du ganz gut aufgeschlüsselt. Allerdings finde ich, dass du da Äpfel mit Birnen vergleichst. Wenn mehrere Leute das WLAN nutzen sind wir irgendwann wieder bei der Übertragungsgeschwindigkeit von UMTS. Und die Kosten, eine Stadt flächendeckend mit WLAN zu versorgen wären astronomisch, man müsste nicht nur die Einrichtung der Access Points bezahlen, sondern auch die laufenden Kosten der daran hängenden – gezwungenermaßen schnellen – Internetleitungen. Ich denke da ist es sinnvoller wenn jeder sich selbst versorgt und nur so viel zahlt wie nötig ist.

  2. Zur zeit sicherlich vollkommen korrekt, auf lange Sich hingegen glaube ich schon dass die Bestrebungen weiter vertieft werden. Man ist schließlich mittlerweile ohne Internet schon aufgeschmissen.

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