Europawahl-Wahlplakate der SPD – Wen Finanzhaie, heiße Luft und Dumpinglöhne wählen würden

Anfang Juni ist Europawahl. Diese Woche tauchten in meinem Umfeld die ersten Wahlplakate auf. Mittlerweile habe ich fast das Gefühl, in Hessen hängen das ganze Jahr über welche (derzeit auch zur Landratswahl).

Über die meisten Plakate muss man nicht viele Worte verlieren. Die FDP hat 08/15-Plakate mit ihrer Spitzenkandidatin, die CDU leicht national angehauchte Plakate („wir in Europa“, wobei das wir Deutschland meint, was z.B. durch eine Schwarz-Rot-Gelbe Frachtkiste dargestellt wird).

Also alles langweilig (wie immer) könnte man meinen. Ja, gäbe es da nicht die etwas unkonventionellen Plakate der SPD, die ich heute erstmals gesehen habe. Drei verschiedene gibt es. Diese sind im Comic-Stil gehalten und betreiben sogenanntes „negative campaigning“. Aber schaut selbst:

spd-europawahl2

spd-europawahl1Laut SPD-Wahlkampfmanager Kajo Wasserhövel sollen diese Plakate aber nur die erste Welle sein, in einer zweiten Phase kämen positive Plakate mit eigenen Inhalten (Lohnpolitik, soziale Sicherheit, Energiepolitik). Auf der SPD-Wahlkampfseite schreibt Wasserhövel: „Wir zeigen klar, wofür wir und wofür Union, FDP und die Linke stehen. Witzig und auch ein wenig provozierend.“ Zudem schreibt er, dass die Plakate Aufmerksamkeit und dadurch eine höhere Wahlbeteiligung schaffen sollen.

Ob dies gelingt bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle heben sich die Plakate ab und haben in meinen Augen einen gewissen Unterhaltungsfaktor. Bemerkenswert ist, dass es kein Plakat gegen die Grünen gibt. Hier besteht also scheinbar weiter Freundschaft. Die FDP hingegen wird attackiert, obwohl die SPD sie für eine Ampel-Koalition gewinnen will. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Aussage des FDP-Abgeordneten Patrick Döring, die Spiegel-Online zitiert: „Die SPD hat immer wieder gesagt, dass es im Prinzip keine Gründe gegen eine Ampelkoalition gibt […] Noch so ein paar Plakate und es gäbe gute Gründe.

Gegenplakate bereits im Internet
Wie nicht anders zu erwarten, dauert es nicht lange, bis die Netzgemeinde die Sache weiter spann. Als erstes waren die Jungen Liberalen Thüringen dabei. Sie veröffentlichten dieses „Plakat“ auf Twitter:

juli-plakat

Auf blogfuerst.de befindet sich noch ein weiteres Werk, das grafisch zwar ansprechender ist als das der JuLis, aber inhaltlich ebenfalls eher flach. Beide „Antworten“ scheinen in meinen Augen eher, als seien einige Leute aus dem Lager der angegriffenen Parteien ziemlich verärgert. Und das spricht dafür, dass an den Aussagen der SPD-Plakate etwas dran ist.

Aber warten wir ab. Bis zur Europawahl ist es noch über einen Monat hin. Bis dahin werden sicher noch mehr Plakate auftauchen. Und nicht nur Plakate.

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10 Gedanken zu “Europawahl-Wahlplakate der SPD – Wen Finanzhaie, heiße Luft und Dumpinglöhne wählen würden

  1. Pingback: Inhaltsleere ist wählbar. (II) bei Gelb ist Reif.

  2. Pingback: Vogels Perspektive

  3. Ich finde es einfach nur schwach, andere nieder machen zu wollen. Wieso nicht gleich eigene Stärken hervorheben? Gibt es keine? Müssen die erst noch “erfunden” werden? (Wenn ja, wieso haben die das nicht schon vorher getan?)

    Mich hat die SPD-Werbung im Kino schon tierisch genervt, wobei die Grünen das irgendwie noch getoppt hatten (mit den vier Farben, die alle verdrängten und am Ende war alles grün -> so unrealistisch!). Mein Appell: Werbt mit eigenen Stärken und lenkt nicht auf die anderen ab (das macht nämlich verdächtig!).

  4. Die Plakate sprechen mich überhaupt nicht an, da ich nicht verstehe wie man heiße Luft oder Dumpinglöhne personalisieren kann. Da hätte stehen müssen “Wähler die heiße Luft wollen, wählen die Linke”. Einfach nur schlecht, tut mir leid !!!!

  5. Die SPD täuscht doch nur wieder die Wähler darüber hinweg, dass sie jahrelang die Spekulanten mit vielen Steuergeschenken gehätschelt hat.

    Jetzt tut sie wiedereinmal so als wäre das jemand anders gewesen, der Spitzensteuersätze, Körperschaftssteuer und Steuern auf Aktiengewinne gesenkt hätte!

  6. Die anklagenden Aussagen auf den Plakaten haben schon ihre Berechtigung. Die SPD verschweigt nur, dass man all diese Anklagen auch auf sie selbst beziehen könnte.

  7. Es ist schon ein starkes Stück mit solchen Wahlplakate die Wirklichkeit zu verdrehen! Schließlich waren es SPD und die Grünen die während ihrer Regierungszeit durch Deregulierung globale Wirtschaftskriminalität durch Finanzhaie erst möglich gemacht haben. Auch der eigene vorgeschlagene Mindestlohn wurde im Bundestag 2007 bis auf 4 Abegeordnete von der SPD abgelehnt! Scheinheiliger geht es wohl nicht?

  8. Die Titel auf den Wahlplakaten sind zwar provokant dennoch der Wahrheit entsprechend,
    ich finde dennoch das dies überflüssig war man muss nicht gleich mit so vielen Partein plakatkrieg anfangen das plakat über die Fdp hätte gereicht :-) .

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