Die CDU geht konservativ in den Europawahlkampf. Das nicht nur in der Themenwahl. Auch die Plakate sind sehr „gewöhnlich“. Es gibt drei verschiedene Plakat-Typen. Zum einen das Plakat mit Spitzenkandidat Hans-Gerd Pöttering und zum anderen zwei Reihen mit „Wir in Europa“-Plakaten. Alle Plakate findet man hier.
Der Fokus wird bei beiden Plakatreihen auf die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik gelegt. Dennoch sind die Aussagen sehr schwammig. „Arbeit schützen und schaffen“ beispielsweise wollen sicherlich alle Parteien. Welche genauen Ziele verfolgt werden, bleibt offen. Noch deutlicher wird das beim Plakat „Für den Weg aus der Krise“.
Kernslogan ist jedes Mal „Wir in Europa“ (es gibt auch ein Plakat allein mit dem Schriftzug). Mit „wir“ ist Deutschland gemeint. Die unterschwellige Aussage ist also, dass die CDU deutsche Interessen vertrete- andere eher nicht. Diese Botschaft ist mir persönlich zu national, vor allem in einen Europawahlkampf.
Zum Werbespot:
Der Spot greift die Plakataussagen auf, führt diese jedoch weiter aus. Szenisch und musikalisch ist der Clip gut gemacht. Außerdem wirkt das „wir“ hier nicht so national, wird auch auf die CDU bezogen. Womit sich die CDU wirklich von anderen Parteien abgrenzt, wird im Clip jedoch nicht klar, die Position bleibt schwammig. Ein weiterer Kritikpunkt: Am Ende sagt der Sprecher: „Dafür haben wir eine starke Stimme“. Was folgt ist jedoch keine starke Stimme, sondern ein von Angela Merkel betonungslos, leise und fast schon lustlos vorgetragenes „Wir in Europa“. Ob diese Aussage die Antwort auf alle Probleme sein soll, fragt sich dabei nicht nur die Konkurrenz.
Fazit: Keine großen Tretminen, aber auch nichts besonders spektakuläres. Die CDU-Positionen sind recht unpräzise, eine klare Abgrenzung fehlt.
CSU
An dieser Stelle auch kurz ein paar Worte zur Schwesterpartei CSU. Diese hat sich in ihrer TV Werbung weniger Müge gemacht (zu sehen hier). Der Spot besteht lediglich aus einer Ansprache von Horst Seehofer. Das wirkt einfallslos und langweilig. Zudem wir das „nationale“ hier auf Länderebene runter gebrochen („nur wer CSU wählt, gibt Bayern eine eigene Stimme in Europa“). Für mich als Hessen bzw. NRWer wirkt vor allem die Aussage „[…]in Deutschland müssen wir für eine steuerliche Entlastung der Bürger sorgen und in Bayern wollen wir Arbeitsplätze sichern…“ sehr bedenklich. Arbeitsplätze also nur in Bayern? Ungeschickt, vor allem wenn man bedenkt, dass die CSU nur in Bayern gewählt, aber überall sonst verhindert werden kann. Mehr dazu zu gegebener Zeit im „Wenn kann man wählen-Fazit“.
Noch schlimmer ein weiterer CSU-Spot. Hier werden die 10 Spitzenkandidaten vorgestellt- im Stile von Sonja Zietlows “Die 10 peinlichsten TV-Momente”. Nur schlimmer. Hier gibt es den Spot.
Fazit: Die Videos wirken, als seien sie in fünf Minuten produziert. Zudem haben sie einen teils lächerlichen Touch. Die Aussagen bringen zum Teil die anderen Bundesländer gegen die CSU auf.
Bisherige Wahlkampfanalysen: SPD, Grüne, Linke
Als nächstes: FDP
Hinweis: Wahlwerbung gibt es viele und fast täglich neue. Dieser Beitrag erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und/oder Richtigkeit.
Die Qualität ihrer Beschreibung von Wahlprogrammen und -Plakaten ist oberflächlich. Interessant, dass ihnen bei der “Linken” der Name der “Europapartei” auffällt, aber bei den Grünen, über die sie die ganze Zeit stolpern und diese nicht als dieses identifizieren können.
MfG
Natürlich kann ich nur an der Oberfläche kratzen, alles andere würde Seiten füllen.
Zu der Sache mit grünen/ Linker: Bei den Grünen ist nirgendwo von der European Green Party als solche zu lesen. Lediglich das *
Und selbst dies ist nicht das Logo. Und bei den linken schreib ich von Logo!
Seehofer und seine CSU werden meiner Meinung nach bei der Europawahl die nächste Klatsche einfahren – die letzte war “minus 17.4 %” bei der Landtagswahl 2008. Ganz offensichtlich wurde bereits damals Hubers Steuerkonzept “die kinderfreundlichen Spendablen und Steuersenker vortäuschen” von zu vielen Wählern durchschaut und auch die Steigerung davon, das Vorheucheln der Anwälte des kleinen Mannes, das die CSU u. a. anhand der Pendlerpauschale zelebrierte, reichte zur Wählertäuschung nicht aus. Aus meiner Sicht kann die CSU nicht mehr ausreichend über Heuchelei, Lüge und Täuschung hinwegtäuschen und wird deshalb langsam, aber scher, am Transparentwerden “krepieren”.
Man muss sich nur Horst Seehofer ansehen. Ich halte zwar nicht viel von der Bayern-SPD, aber um Seehofer als Dampfplauderer zu überführen, der mit der Einstellung “Das Erzählte reicht” herumläuft, reicht es locker:
http://www.spd-landtag.de/downl/PK09/090331FM_DHH09.pdf
Hinzu kommt noch, dass die Freien Wähler der CSU, wie schon bei der Landtagswahl, kräftig Stimmen abnehmen werden. In ihrer Hilflosigkeit haben die CSUler die Spitzenkandidation der FW, Gaby Pauli, bereits als “Türken-Gabi” diffamiert als Glühwürmchen bezeichnet. Pauli hat den CSUlern Ilse Aigner und Markus Ferber dann per offenen Brief gestellt – Resultat: Aigner und Ferber gingen auf Tauchstation. Auch sonst werden die CSUler von ihrer Vergangenheit eingeholt. Zuletzt stellte sich heraus, dass die CSUler jetzt genau das machen wollen, was sie vor 2 Jahren als Antrag von Pauli noch strikt ablehnten. Genaueres dazu ist auf der website von Pauli zu finden. Von dort kann man auch auf den Wahlwerbe-Spot der FW kommen. Ich glaube, dass die FW den Einzug ins Europa-Parlament schaffen werden und die CSU an der 5 %-Hürde scheitern wird.
Einem CSU-Wählertäuscher kommt die Dummheit zuvor:
http://www.youtube.com/watch?v=GtoZs_RJ9qQ
Guter Wahlwerbespot für die CSU – Glückwunsch, Herr Beckstein.
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