In meinem letzten Teil der Impressionen rund um unser Bildungssystem geht es um Wettbewerbsdenken und politische Beteiligung. So, was will der Herr? Wie vermutlich bekannt fanden diese Woche einige Aktionen rund um den Bildungsstreik statt. Und natürlich beteiligten sich nicht alle Studenten.
Das ist selbstverständlich ok, jeder hat seine Meinung. Eine Meinung davon ist jedoch das, worauf ich hinaus will: „Ich find die Ziele zwar richtig, aber ich geh nicht zur Demo, wenn ich dadurch einen Nachteil habe“. Eine Vorlesung (bzw. Übung) verpassen wegen Demo? Lieber nicht, wenn der Dozent es schlecht findet.
Nun muss man zugutehalten, es ist ja schön, wenn die Leute Vorlesungen besuchen wollen- konsequent ist man dabei aber nicht, mit anderen Worten: Man fehlt oft für weniger. Das hat noch nicht direkt etwas mit Wettbewerbsdenken zu tun, geht aber in die Richtung. Bereits in den Diplomstudiengängen herrscht ein hohes Gegeneinander, nach allem was ich aus den Bachelor-Studiengängen gehört habe, ist es dort noch schlimmer.
Es geht weniger darum, gemeinsam zu lernen, sondern besser zu sein als andere. „Wie viel Punkte hat der? Ich hab weniger, oh nein!“ Dies steht dem ursprünglichen Ziel von Forschung und Lehre entgegen. Doch leider befördert das neue System genau dies.
Eine Dozentin erzählte uns neulich, dass sie für die Bachelor überall Studienleistungen geben muss. Viele davon fließen in die Gesamtnote ein. Das Ergebnis: Die Studenten fragen nicht „Wie geht das?“ oder „können wir dazu mehr machen?“ sondern „Ist das prüfungsrelevant?“.
Soweit meine „Impressionen“. Fünf waren es insgesamt, im täglichen Unileben kommen fast jeden Tag neue hinzu. Ich hoffe ich konnte euch dazu bringen, ein wenig über unser Bildungssystem nachzudenken. Es gibt wirklich vieles, über das man diskutieren sollte- und sicher hat keiner Patentlösungen. Für die Lösung der Probleme ist in meinen Augen ein ständiger Dialog notwendig, der Studenten, Schüler, Dozenten, Lehrer, Eltern, Politiker und diejenigen, die die Studenten nach dem Abschluss einstellen wollen, mit einbeziehen muss.
Zu Teil 1: G8 alias “Turboabi”
Zu Teil 2: Bologna
Zu Teil 3: Abi und dann?
Zu Teil 4: Studiengebühren
Ich finde es gut das jemand endlich mal die Situation der Schüler und Studenten zusammenfasst. Ich meine die Wirtschaft entscheidet mehr danach, was gut für sie ist , aber
wir, die Schüler und Studenten, sind Deutschlands Zukunft.
Was ist wenn z.B Angela Merkel nicht mehr da ist, wer soll dann das Land “regieren” ?! Deutschland braucht uns…