Fail-Whale-Watching

fw1Als ich als Kind in Kanada im Urlaub war gab es für mich immer ein besonderes Highlight: Whale-Watching, also mit einem Schifferboot auf das Meer hinausfahren, und Wale sehen. Die vergangenen beiden Tage, konnte man global Fail-Whale-Watching betreiben. Der geneigte Internetnutzer weiß bereits Bescheid: Ich rede vom Ausfall von Twitter.

Den Hauptteil des Ausfalls habe ich gar nicht mitbekommen, da ich mich zu der Zeit im Stau befand. Vielleicht auch gar nicht so schlecht, denn, wie einer meiner Follower schreib „Heute starben viele unschuldige F5-tasten“. Meine wäre wohlmöglich dabei gewesen. Leider lief auch heute noch nicht alles ganz rund, als ich für meinen Sportverein (@pfungstadt_la) live von den Deutschen Jugendmeisterschaften twittern wollte. Das ging teilweise nur über Twitpic- also zusätzlich mit Foto.

twitter-cyxymuDerzeit ist immer noch nicht ganz klar wer oder was hinter der Attacke (oder Attacken, denn auch andere Dienste wie Facebook sollen betroffen gewesen sein) steckt. Auf jeden Fall handelte es sich um eine DDOS-Attacke, sprich die gezielte Überlastung eines Angebots (hier haben die oben erwähnten F5-Tasten sicher auch unterstützend gewirkt). Laut basicthinking war ein georgischer Blogger das Ziel der Attacke- er sollte ruhig gestellt werden.

Persönlich kann ich mir das eigentlich recht schwer vorstellen, da Mittel und Ziel in keinem Verhältnis stehen würden. Mein erster Gedanke war, dass das Ganze eine Art Testballon eines Geheimdienstes oder Militärs war, frei nach dem Motto „Nach dem was im Iran geschehen ist: Könnten wir- wenn nötig- Twitter und co. abschalten?“

Ob nun Geheimdienste dahinter hängen oder nicht, Fakt ist die Antwort lautet derzeit: „Ja, allem Anschein nach könnten sie!“ Das gibt ein wenig zu denken. Mir, aber auch allen anderen, die wie ich die neuen technischen Möglichkeiten gerne hoch preisen und darin Mittel zur Völkerverständigung und zum Demokratie-Aufbau sehen. Diese tollen neuen Dinge sind sehr zerbrechlich und können im Ernstfall schnell weg sein. Nutzen wir sie weise- aber machen wir und nicht zu abhängig. Wir sollten auch ohne können.

Gleichwohl hoffe ich, morgen live twittern zu können- aber versprechen tu ich es diesmal nicht ;-)

Bilder: Screenshots

2 Gedanken zu “Fail-Whale-Watching

  1. Pingback: Was ist über, vom 7.8.2009? « Andreas Grieß // Blog

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