Auch wenn ich sie noch an keiner Straße gesehen habe und auch wenn die CDU derzeit sehr darum bemüht ist, den Wahlkampf am besten ganz abzusagen, sie sind da: Die ersten Wahlplakate zur Bundestagswahl 2009. Wie bereits bei der Landtagswahl (Hessen) und Europawahl werde ich es mir nicht nehmen lassen, ausgewählte Plakate ein wenig zu deuten und zu bewerten.
Die CDU hat angeblich die Kraft. Aber wo?
Fangen wir in diesem Zusammenhang mit der in den Umfragen führenden Partei an, der CDU. Sie hat „die Kraft“. Das behauptet sie zumindest von sich selbst.
Nicht gemeint ist natürlich, die Union hätte die Chefin der NRWSPD entführt. Aber „die Kraft“ der CDU kommt laut Plakaten dennoch nicht aus den eigenen Reihen. Denn „die Kraft für die Zukunft unserer Bauern“ und „Wirtschaft mit Vernunft“, die die CDU(!) vorstellt, stammt in Gestalt von Ilse Aigner und Karl-Theodor zu Guttenberg aus der Schwesterpartei CSU. Es lässt in meinen Augen schon weit blicken, wenn man sich mit dem Spitzenleuten anderer Parteien schmücken muss!
Vielleicht liegt das aber auch daran, dass mit den anderen (v.d. Leyen, Schwan, Jung und vor allem Schäuble) nicht so gut Werbung zu machen ist. Dass auf dem Plakat mit letztgenanntem ausgerechnet das Wort „Freiheit“ auftaucht, dürfte in vielen Internetkreisen ohnehin für Spott sorgen!
Selbstverständlich gibt es nicht nur Personenplakate der CDU, sondern auch „Themenplakate“. Diese verdienen jedoch diese Bezeichnung überhaupt nicht! Die Slogans „Arbeit sichern“, „Familien stärken“, „Wirtschaft mit Vernunft“ und besonders „sicher leben“ sind einmal mehr vollkommen nichts sagen. Dass die CDU die Frage „wie?“ bewusst ausblendet, kennt man noch aus dem Europa-Wahlkampf („Wir in Europa“). Größer findet man diese und die weitere CDU-Plakate hier.
Dagegen! Das kann doch nur die Linke sein!
Nichts wirklich Neues auch bei der Linken. „Gegen die Rente mit 67!“ oder „Hart 4 abwählen“ ist einmal mehr auf ihren Plakaten zu lesen. Zudem gibt es Plakate mit Oskar Lafontaine und Gregor Gysi. Ersterer wendet sich auf „seinem“ Plakat gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan, letzterer wirbt für Chancengleichheit.
Die Aufmachung der Plakate entspricht dem alt bekannten Schema, sowohl was die Aussagen angeht, als auch das Design. Dieses ist nun auch wieder von rot geprägt, nicht wie bei der EU-Wahl von blau. Die Stammwähler werden durch die Plakate vermutlich angesprochen, dass neue Wähler gewonnen werden oder allgemein zum Nachdenken angeregt wird, wage ich jedoch zu bezweifeln. Immerhin zeigt die Linke sehr deutlich ihre Ziele. Die genannten und weitere Plakate der Linken sind in groß hier zu finden.
Comic-Style bei den Grünen
Die Grünen beschränken sich in ihrer ersten Plakat-Welle auf klassische grüne Themen. Da ist neben Klimawandel, Gleichberechtigung und Bildung natürlich der Atomausstieg zu nennen. In Anspielung an das Warnzeichen für Atomare Strahlung heißt es „Schwarz-Gelb, nein danke!“ Zudem gibt es Plakate gegen Genfood („geGEN“ und „Bio, baby!“). Die Plakate sind pfiffig designt und zeigen deutlich die Standpunkte der Grünen.
Außerdem versuchen die Grünen weiter ihren „Green New Deal“ zu bewerben, mit dem sie durch Investitionen in grüne Technologien eine Million neuer Jobs schaffen wollen. Ein Plan, der zum Teil auch von Frank-Walter Steinmeier in seinem „Deutschlandplan“ übernommen wurde. Die genannten und weiter aktuelle Grünen-Plakate sind in groß hier zu finden.
Soweit fürs erste. Übermorgen geht es weiter mit Plakaten von SPD und FDP und noch einem weiteren der Grünen. Sollte sich Neues ergeben, wird es natürlich bei Zeiten noch Teil 3 oder mehr meiner Wahlplakat-Reihe zur Bundestagswahl geben. Also den Blog im Auge behalten!
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