Wer hat hier ein verachtendes Frauenbild?

Sich an die eigene Nase packen gehört nicht zu den Stärken unserer Gesellschaft. Und so wird ein verachtendes Frauenbild bei uns als liberaler Traum dargestellt, während wir munter mit den Finger auf den Islam zeigen. Ein kurzer, bewusst provokanter Denkanstoß:

Durch das Verbot von Minaretten in der Schweiz rückt das Thema Kopftuchverbot vielerorts wieder ins Zentrum von Diskussionen. Befürworter eines solchen Verbots sprechen von einem politischen Statement, dass mit dem Kopftuch verbunden sei. Die Frauen hätten gar keine andere Wahl, da sie (gesellschaftlich) gezwungen seien, ein Kopftuch zu tragen. Dabei kenne ich sogar Frauen, die (selbst)bewusst und aus freien Stücken ein Kopftuch tragen, teilweise gegen den Widerstand von Eltern und Freunden. Trotzdem ist es scheinbar in der Gesellschaft mehrheitsfähig zu sagen, das Kopftuch sei ein Sinnbild für ein verachtendes, unterdrückendes Frauenbild.

Natürlich, es gibt in islamischen Ländern teils Unterdrückung von Frauen und auch hier lebende Frauen haben in ihren Familien manchmal mit Bevormundung zu kämpfen. Alles Dinge, die man auf keinen Fall gutheißen kann. Aber sollten wir uns nicht unsere eigene Gesellschaft ansehen, bevor wir mit dem Finger auf andere zeigen?

Wenn man das Kopftuch als Zwang darstellt, mit dem eine gesellschaftliche Haltung dargestellt werden soll, dann muss man sich auch unsere „Kleiderordnung“ einmal ansehen. Wie laufen (junge) Frauen bei uns häufig rum? Stiefel, kurzer Rock, Lederjacke, tiefer Ausschnitt – auch oder grade in der Schule. Freilich, bei vielen Frauen sieht das durchaus ansehnlich aus. Welcher Mann kann nicht behaupten, da mal gerne hinzusehen. Aber warum? Weil eine Botschaft mit transportiert, bzw. angedeutet wird: Sex. Es ist das Frauenbild unserer Gesellschaft, dass von MTV, Supermodel-Suchen und DSDS tatkräftig unterstützt wird: Sex sells.

Etwas, das beim Kopftuch als fast ausgeschlossen betrachtet wird, gilt hier jedoch als selbstverständlich, nämlich die Freiwilligkeit. Aber hierbei gibt es, deutlich stärker als bei vereinzelten Muslima in Deutschland, einen gesellschaftlichen Zwang. Wer will auf dem Schulhof nicht angesehen werden, wer will nicht „dazu gehören“? Und vor allem: Wer will modisch nicht „up to date“ sein?

Das ganze führt zu einem fragwürdigen, jedoch kaum hinterfragten Frauenbild in unserer Gesellschaft. Ist es nicht so, dass die erfolgreichsten Frauen der westlichen Welt ein Image pflegen, in dem es darum geht, möglichst attraktiv und möglichst dumm zu wirken? Wird westlichen Frauen nicht vorgelebt, wie sie zu sein haben? Die Lehre stammt nicht aus dem Koran, hier stammt sie aus MTV, Glamour und Bild. Macht nicht eine in die Kamera lächelnde, sich gelegentlich ausziehende Frau, die ein paar im Studio zurecht gemixte Lieder trällert, mehr Geld als eine Akademikerin? Ist es für eine Sportlerin nicht finanziell und medial lukrativer gut auszusehen, als zu gewinnen? Das ist doch das Frauenbild, das wir im Westen haben wollen: Dumm und möglichst knapp bekleidet.

Und nun noch einmal provokativ und zugespitzt, was ist erniedrigender: Kopftuch oder Bikini?

14 Gedanken zu “Wer hat hier ein verachtendes Frauenbild?

  1. Ja, man sollte immer anfangen, vor der eigenen Haustür zu kehren.
    Nein, nur weil man selber nicht alles richtig macht, ist einem eine Kritik an anderen dennoch nicht verboten.

    Der Beitrag geht meines Erachtens fehl, da hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Zudem werden Einzelfälle herangezogen und der Bezug von der Kleidung auf das(!) Frauenbild bleibt für mich oberflächlich.

    Im Prinzip halte ich es für einen interessanten Ansatz, wenn Du der Diskussion über Symbole und reflexhaftes Verhalten eben auch die Kleiderregeln hinzufügen willst, aber für mich bleibt es zu sehr im Ungefähren… sorry :(

  2. Natürlich hast du Recht, Kritik sollte trotzdem erlaubt sein, das will ich auch gar nicht in Frage stellen.

    Vermutlich bleibt es wirklich im Ungefähren, es ist eher als Denkanstoß gedacht, als als tiefer gehende Analyse, für die ich sicherlich auch der falsche bin (da wäre vielleicht ein Soziologe oder so gefragt). Ich nehme mir deine Kritik natürlich dennoch zu Herzen und denk mal weiter drüber nach

  3. Der Soziologie in mir weiß darüber auch zu wenig, daher schreibe ich mal “unberuflich” ;-)

    Ein Kopftuchverbot ist für mich völlig lächerlich. Man mag es als urliberal abtun, aber ein Staat, der in die Kleidungsgewohnheiten von Menschen eingreift, will mir einfach nicht in den Kopf.

    Die Frage nach zu knapper Kleidung und dem überspitzen Bikini finde ich wie “Äpfel und Birnen” auch zu weiter hergeholt. Im Gegenteil, ich sehe in meinem Umfeld an Uni und Arbeitsplatz wenig davon. Das spielt sich für mich mehr in den Medien ab und gehört daher auch originär in den Bereich Medienkritik. Dort aber zu recht.

  4. Hallo Andreas,

    entschuldige, falls Ich grob geklungen habe. Das Thema finde ich wichtig und wert diskutiert zu werden. Auch einfach nur Denkanstöße zu geben, weil man keine eigene Meinung findet oder sie nicht veröffenlichen will, halte ich nicht für verkehrt.

    Was ich nicht so gut fand war nur, dass Du eine Richtung vorgibst und dabei Argumente verwendest, die für mich etwas unzusammenhängend und weit hergeholt wirken. Die These, die ich dennoch rauslese, ist natürlich auch etwas heikel,.aber Du sagst ja selbst, dass du provozieren und zuspitzen wolltest.

  5. Interessanter-Vergleich doch auch ich habe meine Probleme damit. Es ist ein großer Unterschied, wer was vorschreibt. Schreibt eine Religion/Institution oder der Staat eine Uniform (alle sollen möglichst gleich aussehen) vor ist es etwas anderes, als die selbst auferlegten Modezwänge dieser Gesellschaft. –> Äpfel mit Birnen.
    Generell zu Kopftuchverbot: Ich hab dabei das ungute Gefühl, dass der Staat mit seinen Angestellten genau das macht, was er versucht zu verhindern. Es sollen keine unterdrückenden Zwänge entstehen und wenn die dummen Lehrerinnen, die durch das komplette deutsche Schulsystem + Hochschulstudium gegangen sind es einfach nicht einsehen wollen – womöglich auch noch Emanzipiert dem Staat gegenübertreten – dann muss man sie halt zwingen.

  6. Man könnte vielleicht erwähnen oder den Artikel in sofern ausbauen, als dass es noch andere Elemente in dieser Gesellschaft gibt, welche die Unterdürckung und des sich Unterdrückenlassens aufzeigen.
    Das erwähnte ist allerdings auch nicht zur Gänze falsch, blickt man über die gesellschaftlichen Zwängen, man mache sich da nichts vor,hinaus, denn viele laufen uniformiert herum, so ist dochder Gott, welcher in der westlichen Welt angegebetet wird letztlich der heilige Konsum, welcher vornehmlich von Männern angetrieben, dazu führen soll Geldbeutel zu füllen, Wohlstand zu sichern und Macht auszuüben, obwohl zu meinem Unverständnis, immer mehr Frauen diese tendenziell eher männlichen Lebvensweisen übernehmen – das Deckmäntelchen bzgl. Unterdrückung hat sich wohl nur eher gewandelt; die einen Begründen ihre Macht über andere mit dem von Gott gegebenen, die andern nennen es freie (Markt)wirtschaft.

    Hinzugesagt sei natürlich, dass natürlich nicht jede moslemische Frau auch tatsächlich unterdrückt ist und das Kopftuch auch Zeichen der Identität sein kann.

    Bedenkt man jedoch die ganz und gar korrupte Verfelchtung aus Medien, Wirtschaft und leider auch der Politik, bei denen einie Parteien bspw. mit Freiheit werben, sollte man bedenken, dass wir eine Gesellschaft haben, welche weniger unsubtil Mittel nutzt, damit der Status quo nicht gefährdet wird.
    Jener besagter Staus quo, der bereits oben beschrieben, heutzutage die Emanzipation der Frau umkehrt, indem die Frauen nun mehr werden wie die Männern – man hat das mal auch anders herum versucht bis die Kerle begriffen, dass Frauen nicht mit einem ins Bett steigen, wenn man stricken kann und zu Hause auf die Penns aufpassen will.

    Zitat: “Solange der Begriff Frauenversteher ein Schimpfwort ist, leben wir meilenweit in den 50ern.” – dass selbst Frauen dies letztlich auch so sehen, lässt die Frage aufkommen: was wollen Frauen eigentlich? Ist ja auch nicht so, als ob sich Frauen jemals in größerer Zahl und länger anhaltend auch gewehrt hätten und wenn, man denke an die Suffragetten, dann verlief sich das irgendwann wieder im Sande…

    Hinzu kommt: Eine Frau wie Alice Schwarzer machte ebenfalls wie der billig zu kaufende Kerner mal Werbung für die Bildzeitung gemacht, jenem “Drecksblatt, mit dem man toten Fisch beleidigen könnte, wenn man ihn darin einwickelt” und dieses Käseblatt finanziert sich u.a. durch Anzeigen von Nutten. Wie weit ist es dann bitte bestellt mit der weiblichen Emanzipation, denn ich entsinne mich da dunkel an eine Diskussion zwischen Verona ehemals-Feldbusch mit eben jener Frau Schwarzer – man kann einer Feldbusch (Pooth) alles mögliche nachsagen, aber Frau Schwarzer mokiert sich über deren Erschinungsbild und die Art wie sich die -in ihren Augen kaum Dame- gab. Und biedert sich dann bei der Bildzeitung, die auf Seite eins die tägliche Dosis Pornografie liefert, an…. oder wollte die nur versuchen die Bildzeitung zu unterwandern? (naja, wer letzteres glaubt).

    Frauen werden trotzallem auch hierzulande und NICHT nur durch freiwillige Anpassung ans System, sondern durch wohl erdachten maskulinen Größenwahn hinsichtlich ihrer Wichtigkeit im kosmischen sein, immer noch unterdrückt oder wie darf man es interpretieren, wenn Frauen in gleicher Postion wie ein Mann schlechter bezahlt werden?

  7. Glauben Sie ernsthaft, daß die Masse (nicht die eine, selbstbewußte Muslima) der mulsimischen Frauen ein Kopftuch trägt, weil sie es will? Glauben Sie denn, ein Kopftuchverbot wird erwogen, weil man von der Modefreiheit nichts hält?

    Das Kopftuchverbot ist deswegen sinnvoll, weil die meisten Kopftuchträgerinnen dies nicht aus freien Stücken tun, sondern von ihren Männern dazu gezwungen werden.

    Und nur aus diesem Grunde ist es auch zu befürworten. Es dient dem Schutz der Frau, nicht ihrer Bevormundung.

  8. @Jack und die meisten anderen Kommentare:
    Danke für eure Meinungen, mein text soll wie bereits erwähnt provokativ zur Diskussion anregen, dass er das tut, freut mich. Ich denke Jack hat viele (weitere) wichtige Punkte aufgeführt. Kann grade leider nicht auf alles noch mal explizit eingehen, war ein langer Tag heute für mich. Hoffe aber die Diskussion (hier) geht weiter

  9. @Andreas:
    Ich schrieb dies ersteinmal völlig ungefiltert dahin und das Kommende ist auch ein wenig ins Unreine getippt ^^ – Grundsätzlich ist das Problem, welches wir derzeit erleben, dass wir versuchen eine Art Feindbild generell aus dem Islam zu basteln, wenn wir über Kopftücher reden, und damit ist gleich die gesamte Religion gemeint, denn man schert alles über einen Kam. Und die Sicht auf das Kopftuch ist da nur ein Teilaspekt.


    Hagen Rether Ende 2007 zum Thema. Und es sei dazu gesagt, dass Rether eher an Kant glaubt, denn an Gott, die noch immer stete Unterdrückung der Frau auch in den westlichen Ländern ebenso thematisiert – man sollte da ein wenig mehr von ihm kennen, denn das Video wird gerne auch verwendet um zu sagen, er sei ein totaler Islamfreund. – Ist er nicht, er weigert sich nur, zurecht, gleich alle Leute einer Religion in eine Schublade zu stecken. Es gibt soviele perverse Kranke überall auf der Welt und in allen Religionen auch zu finden, dann gibts aber auch tolle Leute – neulich sah ich eine Doku über den katholischen Priester Niklaus Brantschen, der christliche Exerzitien mit Zen (was eine Strömung des Buddhismus ist) kombiniert; und auf mich wirkte alles anrührend und offen auch…so habe ich religiöse Menschen gerne.

    Mir machen Fundamentalisten oder Dogamtiker jeder religiöser Colleur auch ein mulmiges Gefühl und mit solchen habe ich ein Problem, da sie zu unflexibel sind und ich keine Lust habe mir sagen zu lassen, wie ich zu denken habe oder wer der “Meister” sei, der den Ton angibt, was mich gedanklich gleich zu dem Problem kommen lässt, welches ich als Führerphänomen bezeichnen möchte – das mag dem ein oder anderen zu weit gehen, aber von jedweder Konformität zu einigen der schlimmsten Ereignissen …naja, weit ist es da nicht hin. Egal wie dies motiviert ist, ob nun materialistischm ideologisch oder religiös, und wenn ich bedenke, dass wieder “faschistophile” Gestalten in politischen Ämtern sitzen, gar Richter werden können, dann frage ich mich, wie sehr wir vor unserer eigenen Haustür kehren.

    Ich bin kein großer Freund irgendeiner dogamtischen Glaubens bzw. Religion, also dem organisierten Glaubens, da diese zumeist (sicherlich nicht alle) männliche Phantasien und Weltvorstellungen legitimieren sollen, glauben kann und soll jeder was anderes, aber bitte ohne in die Freiheit einzugreifen, wer das freiwillig macht, der hat entweder Recht mit seiner Sicht oder ihm/ihr ist nicht mehr zu helfen. Völlig gleich welchem Gottesbild er sich unterordnen gedenkt. Alternativen gibt es, immerhin gibt es fast 7 Milliadren Menschen und jeder hat seine eigenen Vorstellungen.
    Aber man sehe sich nur einmal die drei großen monotheistischen Religionen aus der “Wüste”an; gleich zu Anfang – die Erbsünde: ne Frau ist Schuld, der Rest ist Geschichte. Und das allein schon degradiert die Frau von vorne herein zum Menschen zweiter Klasse. Oder Mohammed, der sich seine Frauenschaar göttlich absegnen ließ… und wo wir gerade beim Islam sind ^^
    Laut Mithu Sanyal sehe man sich den schwarzen Stein der Kaaba an, mit wenig Phantasie sieht das einer Vulva nicht gerade unähnlich… *räusper* und diese Erkenntnis sei der Forschung, soweit ich gelesen habe, nicht gerade unbekannt.
    Aber es dürften sich nur wenige Moslems zur Wissenschaft entsprechend äußern; genauso wie sich die Sicht dieser einstmals mitunter fortschrittlichsten Religion auf die Wissenschaft, da einst mit einer der Motoren derselbigen und deren Suche man irgendwann einstellte, dabei war Mohammed selbst dafür, dass jeder Moslem nach Wissen suche solle, während die katholische Kirche gerne mal gläubige Wissenschaftler wie Giordano Bruno unverbindlich angezündet hat. (Was 2000 von der Kirche als Unrecht eingestuft wurde – reichlich spät)

    Doch zurück zum Thema Frau & Religion, dass ich anschnitt- wieviele weibliche Religionsstifter gibt es und wieviele Hauptfiguren in der Geschichte der Religionsgeschichte waren Frauen? Frauen, die mal gesagt haben, wie und wo man steht und wo es in Zukunft lang geht? Na, spontan fallen mir da nicht viele ein… (ja, Margot Käsmann…..*achselzuck*)

    Worauf ich hinaus will ist simpel: Frauenunterdrückung ist ein gesellschaftliches Phänomen, das noch immer anhält, egal ob in unserem “normalen” Alltag (wie auch in meinem ersten Post geschrieben) oder im religiösen Leben, was nunmal auch nicht zur Gänze voneinander zu trennen ist, es sei denn man ist Atheist. In den vergangen 100 Jahren haben wir was Frauenrechte angeht einige Sprünge gemacht, dass sei zugegeben, aber da wo wir meiner Ansicht nach ankommen sollten, sind wir noch lange nicht. Ich meine bei echter Gleichbererchtigung.

    Lustigerweise gibt es eine Stadt in Mexiko, Juchitán, in der es sogar genau umgekehrt ist: da haben die Frauen das Sagen.
    http://matriarchat.info/suedamerika/das-dritte-geschlecht.html

    Vielleicht wäre es für uns sorum sogar besser: kein Konkkurenz und Wachstumsdenken (ein Schelm wer bei Wachstum ans männliche Genital denkt ^^), ergo kein Zoff – Wachstum, Produktivität, religiöser Eifer etc. Irgendwie alles eher männliche Geltungsbedürfnisgesänge, in die Frauen wie unsere Kanzlerin ebenso einstimmen. Denn wie gesagt, übernhemen offenbar immer mehr Frauen jenes Männerdenken oder passen sich dem zumindest an, während Mann immer noch (oder wieder) seinen mit dem rudimentären Phallus als Symbol verzierten Schild a la Spartiaten vorzeigt, indem er bspw. stollz seine Männlichkeit auch in Form von Militätabzeichen noch heute vorzeigt – “und je mehr Penise, desto höher ist der Rang” (so falsch ist der Satz, den Ian McKellen da mal in einem Film Ron Howardscher Provinienz sprach nicht.) Oder in Uniform, man nennt es Anzug und Krawatte, während sich ein paar Frauen in weiblicher Gardeubiform, dem sogenannten Kostüm, die Geschickte der Wirtschaft lenkt und somit unsere…
    Oder anders herum gefragt: wieviele Frauen haben, na sagen wir, nen Krieg vom Zaun gebrochen? Sei es wegen Land oder Ressourcen oder wegen eines Bildes von Gott? (jaja, man wird sicherlich eine beispielhaft finden, der die Engländer 1431 Feuer unterm Arsch gemacht haben, weil sie die Franzosen zum Sieg führte, aber angefangen hat die das über 100 jährige Gemetzel nicht)

    Ich selbst befasse mich eher schriftstellerischer Natur auch mit dem Thema des Frauenbildes, wenn ich genau drüber nachdenke, und so bin ich hier auch gelandet.

    So, das war nochmal ein wenig gedanklicher Austritt aus meinem Hirn – da mag man zu stehen wie man will… ach und Andreas, lass dir Zeit beim lesen, man muss auch nicht alles kommentieren, ich schreibe wenig in Blogs, es war mir nur ein Bedüfnis meine Ansicht hier mal abzusondern ^^

  10. @8 / Andres:
    Das ist doch rein theoretisch!

    Wenn ich die Wahl habe, Frauen von ihren Männern zum Tragen von Schleiern gewzungen werden zu lassen oder den religiös-motivierten Schleier zu verbieten, was tue ich dann?

    Ich kann entweder das eine oder das andere zulassen.

    Sie meinen also, es wäre besser, wenn der Staat offiziell liberal bliebe, aber de facto Menschen mehr unterdrückt werden als im umgekehrten Fall.

    Diese Meinung ist völlig in Ordnung, auch wenn ich eine andere habe. Aber man muß sich selbst doch ehrlich genug gegenüber sein, auch zuzugeben, welche Konsequenz diese Haltung dann hat.

  11. Die Sache besteht doch aus zwei Dingen:
    1. Ein geschriebenes Gesetz ist schwerer (wieder) abzuschaffen, als ein ungeschriebenes und
    2. entsteht ein Teufelskreis in dem wir alles hier und da verbieten. Sogar in den Erziehungswissenschaften wird dies mittlerweile verteufelt.

    Ich denke, dass es die Rolle des Staates sein sollte, solche Probleme durchaus zu bekämpfen, nicht aber mit verboten, alles andere führt zu unmündigen Bürgern.
    Wie sagte mein Fahrlehrer: Ich fahr bei Nässe langsamer, weil ich weiß dass es rutschig wird, nicht weil dort ein Schild steht!

  12. Nun, im Prinzip sind wir uns ja auch einig. Auch ich halte es für nicht richtig, den Staat über einzelne Auswüchse wachen zu lassen, weil wir dann in eine mikromanagende Bürokratiehölle kommen.

    Das Beispiel mit dem Schild ist nicht schlecht.

    Wir haben in der konkreten Situation aber das Problem, daß der liberale Staat dort nachsichtig ist, wo dann anstelle seiner weltlichen Gesetze ein vermeintlich gottgegebenes für die Gläubigen greift. Und wenn es kein weltliches Gesetz gibt, dann wird sich natürlich an das göttliche gehalten.

    Ergo: Frauen sind verschleiert.

    Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich würde jeder Frau zugestehen, diese Entscheidung für sich zu treffen, egal, für wie unsinnig ich das halte. Aber wenn ich davon ausgehen kann, daß die überwiegende Mehrheit den Schleier nicht aus freiem Willen trägt, dann sehe ich Handlungsbedarf.

    In letzter Konsequenz muß ich Ihnen dann aber doch zustimmen, weil meine Sichtweise nur dann funktioniert, wenn solche Gesetze auch wieder abgeschafft würden, nachdem sie ihren Zweck erfüllt haben.

    Hmpf.

  13. Ich denke nicht, dass man Religion mit Freizeit bzw. Burka mit Kopftuch vergleichen kann. Das Kopftuch ist für mich auf eine Art eine Diskriminerung der der Frau. Somit ist es auch erniedrigend. Für eine gläubige Muslima ist es Pflicht/Gesetz ein Kopftuch zu tragen. Für eine westliche Frau, ist das Bikini nur ein Schönheitsideal, das lediglich in der Freizeit angewendet wird.
    Freizeit und Pflicht kann man schwer miteinander vergleichen. Trotzdem ist ein Kopftuch oder eine Burka diskriminierend. Deshalb bin ich für ein Verbot (mindestens der Burka).

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