Der Klimagipfel ist gescheitert. Nun liegt es an uns, nicht auch das Weltklima “scheitern” zu lassen. Wir können einiges tun! Aber der Reihe nach… Gestern Morgen war noch nicht klar, ob der „Copenhagen Accord“ überhaupt angenommen würde. Ich selbst schwankte, was die richtige Herangehensweise wäre. Auf der „Pro-Seite“ standen zum einen, dass der Prozess weiter laufen und dass sich Obama nicht blamieren würde. Denn eine Blamage hätte ihm innenpolitisch weiter geschadet. Dagegen sprachen in meinen Augen, dass man einen solchen „Kompromiss“ einfach nicht befürworten kann. Er ist schlecht und muss demnach eigentlich abgelehnt werden. Damit würde man auch eine härtere Front gegen Verweigerer wie China aufbauen. Und ein vollkommenes Scheitern würde weltweit für mehr Entrüstung sorgen als ein „de facto-Scheitern“. Diese Entrüstung könnte helfen, den Druck auf die Staatschefs aufrecht zu erhalten, bzw. zu erhöhen.
Letztendlich werden all diese Argumente eine Rolle gespielt haben, entscheidend war jedoch, dass bei einem „nein“ die Grundlage für Hilfszahlungen in die Entwicklungsländer gar nicht gegeben wäre. Auch jetzt steht sie nur auf wackeligen Beinen, aber immerhin darauf. Von daher war die Entscheidung eines „zu Kenntnis Nehmens“ wohl die richtigste unter den falschen Entscheidungen. Nun ist der Gipfel vorbei, der Kampf um die Zukunft jedoch noch nicht.
Die Entrüstung in verschiedensten Teilen der Welt und Gesellschaft lässt mich zumindest noch hoffen. Wenn die Welt, zumindest in diesen Punkt für meine und folgende Generationen nicht den Bach runter gehen soll, müssen wir aber spätestens jetzt alle anfangen, mitzumachen. Auf unsere Volksvertreter ist offensichtlich kein Verlass! Wir haben unzählige Möglichkeiten, etwas zu verändern, für die nicht einmal Verzicht auf etwas notwendig ist. Nachfolgend einmal ein paar Anregungen:
- Energieanbieter wechseln
Ein Wechsel zu CO2- und atomfreien Strom ist häufig nicht teurer, sondern sogar günstiger. Gleichzeitig tut man effektiv und symbolisch etwas für die Umwelt. Hier habe ich einen Erfahrungsbericht zum Thema geschrieben. Der ist zwar nicht mehr aktuell, aber an der Sache hat sich kaum etwas geändert.
- Interkultureller Austausch
Umso mehr wir voneinander lernen, umso mehr Verständnis können wir füreinander aufbringen. Auf der Hand mag liegen, dass wir grade im Kontakt zu Leuten aus den Staaten oder China versuchen sollten, für die Themen Klimawandel und Umweltschutz im Allgemeinen zu sensibilisieren. Aber auch der Austausch von Erfahrungen und Erlebnissen aus anderen Teilen der Welt können helfen. Wir sollten nicht vergessen, dass der Klimagipfel auch gescheitert ist, weil die Nationen einander nicht trauen. Gelingt es, den Gedanken der einen Welt zu stärken, steigt auch die Chance Probleme gemeinsam zu lösen.
- Themen setzen
Was international gilt, gilt natürlich auch national. Wir, die wir uns für Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit usw. interessieren, sollten diese Themen in Freundeskreis, Familie, Job, Hochschule, soziale Netzwerke (Facebook, StudiVZ, …) oder oder oder (eigentlich: und) tragen. Je mehr Menschen für diese Themen sensibilisiert werden, umso stärker der Dialog, umso mehr Kraft hat eine Bewegung, umso mehr Menschen bringen Ideen ein.
- Themen setzten zum Zweiten
Das oben erwähnte gilt natürlich besonders für alle „Multiplikatoren“. Das fängt beim einfachen Blogger an. Du bloggst normal nicht über solche Themen? Dann mach es doch mal! Dadurch wird dein Blog ja noch lange nicht zum reinen Ökoblog. Noch stärker in der Verantwortung sind natürlich Journalisten. An uns (ich bin mal so frei) liegt es, dass Thema aktuell zu halten. Bleibt es Gesprächsstoff, wird der Gesellschaft auf journalistisch gute Art und Weise vor Augen geführt, welche Folgen es gibt und geben wird, welche Auswege sich bieten und was der Stand der Diskussion ist, vergrößert sich die Chance, dass mehr Menschen aktiv werden. Und vor allem erhöht sich der Druck auf die Entscheidungsträger zu handeln!
- Petitionen und Aufrufe mit zeichnen, Demonstrationen unterstützen
Natürlich ist hiermit nicht jeder fragwürdige, unseriöse Aufruf gemeint. Aber es gibt durchaus eine gehörige Anzahl an Aufrufen von namenhaften und vertrauenswürdigen Organisationen. Häufig muss man nur wenige Klicks machen– vollkommen kostenlos und ohne Zwang. Das macht selbstverständlich für sich genommen noch nicht viel aus. Aber die Masse macht es, denn umso mehr solche Aufrufe mit zeichnen, umso höher ist ihr politisches und gesellschaftliches Gewicht. Gleiches gilt natürlich, mit mehr Aufwand aber häufig mehr Aufmerksamkeit, für klassische und unkonventionelle Demonstrationen.
Die obige Liste ließe sich natürlich weiter ergänzen (gerne in den Kommentaren möglich: Was tust du?). Es gibt unzählige Möglichkeiten. Wichtig ist nur, dass wir alle zumindest einige davon nutzen. Halten wir die Hoffnung aufrecht, lasst uns für diesen Planeten kämpfen!
„Ich wollte nicht zu Weihnachten nach Hause fahren und meiner Tochter in die Augen schauen und sagen, dass wir für ihre Zukunft gekämpft und verloren haben.“
Greenpeace Geschäftsleiter Kumi Naidoo im SPIEGEL-ONLINE-Interview
Bilder: Flickr.com, CC-Lizenz. Urheber: wwf france
Die Chinesen brauchen halt noch ein paar Jahrzehnte bis sie sich Gedanken darüber machen. Was haben die normalen Menschen dort denn? Städte wie Peking und die anderen Großzentren sind ja eher die Ausnahme. Den Chinesen ist es momentan sicher dringlicher, das Land irgendwie zusammenzuhalten und eine Perspektive zu finden, wenn China als Werkbank zu teuer geworden ist.
“Könnte” natürlich sein, dass es in 50 Jahren zu spät ist, um sich dem Klimaschutz zu widmen…
Es ist nicht nur China – sicherlich, was soll ich von der Einstellung dort halten, wenn man irgendwo im Lande die ungefilterten Abwässer in den nächsten Fluss verklappt und die Menschen im nächsten Dorf todkrank werden, ohne dass es irgendwen interessiert: es gibt doch genug.
Irgendwie eine Einstellung, die sich allein deswegen nicht ändern wird, auch nicht in den nächsten 50 oder 100 Jahren, weil es schon immer so gewesen ist in diesem Land. Als normaler Mensch bist du für die Obigen halt nichts wert (was natürlich auch auf andere Länder dieser Welt zutrifft) bzw. entbehrlich.
Dazu kommen u.a. aber auch die OPEC-Staaten, die “befürchten” wir könnten uns vom Öl unabhängig machen und den Klimawandel deswegen leugnen. Gut, vielleicht hofft man in diesen Ländern, dass in 50 Jahren die Wüste blüht.
Allerdings, eine breite Front aufbauen? Hat das schonmal irgendwas genutzt?
Da produzieren westliche Firmen nun in China und wandern weiter ab, wenn wir die Regeln für Umweltemissionen weiter beschränken – hier ein Lob und Hoch auf die freie Marktwirtschaft. Aber wen juckt es? Die Leute in den Vorständen, die schonmal pauschal durchgerechnet haben, ob sie die große Katastrophe noch erleben werden?
In spätestens 30 -40 Jahren ist keiner von den jetzt Verantwortlichen noch auf Erden und von daher gilt hier die Devise: Nach uns die Sintflut.
Da wünscht man sich die alten griechischen Götter zurück, die, wenn es ihnen zu bunt wurde auf Erden, mal dazwischen hauten oder wenigstens dieser Eine, wobei der dazu tendierte gleichmal alle Menschen auszuradieren, um dann mit zweien von jeder Art geistreich von vorne anzufangen. Müssen ja nicht immer alle Menschen sein…