Um direkt auf die – zugegeben etwas reißerische – Überschrift zu antworten: Ich denke schon. Dennoch habe ich ein wenig Angst. Ich will euch erzählen warum:
In meinem noch verhältnismäßig jungen Leben durfte ich bereits sechsmal wählen. Zwei Kommunalwahlen, zwei Bundestagswahlen und je eine Europa- und Landtagswahl (letztere die am Sonntag). Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mich auch bei nur einer einzigen dieser Wahlen ausweisen musste.
Egal ob am Wahltag im Wahllokal oder bei Briefwahl vorher im Bürgerbüro: Wahlbenachrichtigung abgeben, Wahlschein bekommen. Mehr nicht. Ich finde das zu wenig. Oder anders gesagt: Man stelle sich vor, dies wäre in z.B. Afghanistan so. Dann würden die Wahlbeobachter bestimmt sagen, dass Wahlbetrug nicht ausgeschlossen werden kann. Und würden wir uns dann nicht zu recht tierisch darüber aufregen?
Natürlich habe ich nie ausprobiert, mit der Wahlberechtigung einer anderen Person wählen zu gehen und ich möchte auch nachdrücklich niemanden aufrufen, dies zu probieren. Daher kann ich letztlich nicht sagen, ob es wirklich möglich wäre. Aber ich kann es mir sehr gut vorstellen. Und das bereitet mir Sorgen. Wie ich finde zu Recht…
Lach, ich glaube schon, das ist nicht so wie in der ehemaligen DDR!
Also ich war im letzten Jahr zweimal Wahlhelfer in zwei verschiedenen Bundesländern – und ohne Ausweispapiere haben wir beide Male keine Wahlzettel ausgegeben; eine Dame musste deswegen sogar nach Hause gehen.
Einzig wenn der Wähler einem der Wahlhelfer bekannt ist (seine Identität also auf diese Weise bestätigt wird) brauchte es keinen Ausweis.
@ Julien: So sollte es ja eigentlich auch sein
ich muß aber auch dazu sagen das ich nicht mehr wählen gehe, uns hier im OSTEN hat man nur beschissen, und wenn ich ganz ehrlich bin kann ich mit keiner Partei groß was anfangen!
Man kann auch ohne Wahlschein wählen, wenn man sich “ausweist” (also entweder über Ausweis, oder weil man eh bekannt ist, auf Dörfern eher üblich).
Da aber, soweit ich das weiß, jeder Name von der Liste gestrichen wird, wenn die Wahlpapiere ausgegeben werden, eignet sich das ganze wohl kaum für systematische Wahlfälschung. Da müsste man zuerst die Wählerlisten fälschen.
Gerade war OB-Wahl und ich hab auch keinen Ausweis benötigt. Wichtig ist, dass man mit Perso immer wählen kann. Da die Namen gestrichen werden ist systematischer Betrug unmöglich. Man müsste Wahllisten fälschen und das auch noch so, dass die Stimmen über alle Wahlräume verteilt sind. Das wäre bei einer Stadt wie Freiburg ein immenser Aufwand und ein geringer Nutzen. Trotzdem würde ich mir zumindest Stichproben wünschen (Ich Glaube bei Buntestagswahlen musste ich den Ausweis schon vorzeigen)
ich kann dich beruhigen. ich musste bis jetzt immer meinen perso zeigen
kann mir aber auch irgendwie nicht vorstellen, dass man ohne seinen perso zu zeigen, wählen gehen kann…komisch
Das ist mir auch schon aufgefallen.
Zum Thema Wahlbetrug: Der ist dadurch, wenn auch im kleinen Maßstab, tatsächlich möglich. Durch die Benutzung der Wahlbenachrichtigung von Menschen, denen es unmöglich ist zu wählen (Demenz, Koma,…) oder von denen man weiss, das sie nicht wählen werden.
Außerdem eröffnet es die Möglichkeit seine Wahlbenachrichtigung zu verkaufen.
Ds sollte tatsächlich so nicht sein
Und wie groß sähe dieser mögliche Wahlbetrug aus, wenn man für die wählt, die nicht können? Das sind dann vllt. 10 statt 1 Stimme und jede Menge Aufwand und Risiko? Leute wären blöd, wenn sie das im großen Stil versuchen – denn dann bloggt man doch lieber gleich selbst und überzeugt andere mit guten Argumenten von seiner radikalen Meinung. So sie denn auf guten Argumenten basiert.