Heute Morgen hab ich mich in der U-Bahn mal ein wenig umgeschaut. Ich musste erschrecken. Berufsverkehr, so viele Menschen. Alle fahren sie zur Arbeit. Abends wieder heim. Hunderte, tausende Menschen, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als unsere Gesellschaft am Laufen zu halten.
Hat jemand von euch mal ein rotes Blutkörperchen gefragt, was es nach Feierabend macht?
Aufstehen, irgendetwas machen, Geld verdienen, dieses ausgeben. Alles für die zwei Stunden Freizeit am Abend. Es ist unglaublich, wie viele Menschen in einer einzigen U-Bahn zur Arbeit fahren. Menschen, von denen du dein Leben lang nichts mitbekommst. In den meisten Fällen, so würde ich vermuten, macht es keinen Unterschied, ob diese Personen oder andere die Arbeit machen. Und sind wir ehrlich: Wie heißt dein Bäcker? Wie die Verkäuferin im Discounter eben? Wie heißen eigentlich die Leute, die dein Konto verwalten?
Ihr sagt, es sei vermessen, dass ich die Welt verbessern will. Ich sag, es ist vermessen, dass ihr mir das ausreden wollt.
Die besten Ideen kommen mir beim joggen. Aber welcher Arbeitgeber würde das als Arbeitszeit anerkennen? Überhaupt: Man frage jeden x-beliebigen Physiker zum Thema Arbeit. Er kann der Wirtschaft schnell erzählen, dass in der Größe Arbeit der Faktor Zeit überhaupt nicht vorkommt. Kraft mal Weg, das ist Arbeit. Übersetzt bedeutet das: Weg ist der Fortschritt, den ein Unternehmen erreichen will und Kraft die (innovative) Anstrengung, die ein Jeder leistet. Aber das ins Detail auszuführen, dafür bin ich zu wenig Wirtschaftsgelehrter. Könnte man eh Bücher mit füllen…
Nur eine Gesellschaft, die stabil genug ist, sich selbst zu erhalten, kann auch Persönlichkeiten hervorbringen, die ihrerseits stabil sind.
In meinem letzten Semesterprojekt ging es um Nachhaltigkeit und Lebensqualität. Häufig haben wir dabei vom „Hamsterrad“ gesprochen, dass als Metapher für unsere Gesellschaft dient. Unsere Gesellschaft, in der wir immer schneller strampeln müssen, um das Rad am Laufen zu halten und selbst nicht zu stürzen- aber dennoch persönlich nicht vorwärts kommen. Ich brauchte eine vollbesetzte U-Bahn in einer deutschen Großstadt, um diese Metapher zu verstehen.
Schön geschrieben!
Während dir die besten Ideen beim Joggen kommen, so kommen Sie mir beim U-bahn-Fahren oder in Vorlesungen.
Verbessere die Welt! Wir reden es dir nicht aus.
Wir machen mit!
Meine besten Ideen kommen mir unter der Dusche oder auf der Toilette.