Jahresrückblick in Texten 2010

Wie schon im 2009 will ich gegen Ende des Jahres noch einmal einen kleinen Rückblick auf das Jahr liefern. Mit zwölf Texten, die ich dieses Jahr geschrieben habe. Einen pro Monat. Ein kleines best-of meiner Lieblingstexte – und zugleich ein kleiner Jahresrückblick.

Euch allen einen guten Rutsch in das neue Jahr.

Januar
Kritik an Merkels Führungsstil: Warum erst jetzt? (Carta)
Im Januar machte plötzlich Kritik an Merkels Führungsstil die Runde. Dabei wurde viel kritisiert, was schon während der vier Jahre langen Großen Koalition der Fall war. Meine These für den Grund dahinter: SPD-Bashing war langweilig geworden.

Feburar
Niederländische Lektionen: Der Rechtspopulismus und die Demokratie (Carta)
Spätestens mit diesem Text begann ich, mich mit der Politik in den Niederlanden auseinanderzusetzen, allen voran mit Geert Wilders. Schon da war ich davon überzeugt: Wilders hat gute Chancen, in die nächste Regierung zu kommen. Die bürgerlichen Parteien würden ihn nicht bekämpfen, da er ihre Rettung sein könnte. Die Wahlen kamen dann eher, als gedacht…

März
Die Leiden des jungen Guido W. (Blog)
Im März war die Landtagswahl in NRW in Sichtweite. Und die Umfrage der FDP waren im Sturzflug. Guido sah da die Presse verantwortlich -und den bösen linken Zeitgeist. Den Äußerungen von Pinkwart und Westerwelle konnte ich nur noch mit viel Ironie entgegentreten.

April
iPad-Hype: CNN erklärt, der norwegische Ministerpräsident regiere derzeit per iPad (Carta)
Apple hatte sein iPad auf den Markt gebracht und die Medien überschlugen sich. So viel kostenlose PR gab es selten. Naja, kein Wunder: Immerhin erhoffen sich einige Verleger die Rettung, wenn sie ihre Seele an Apple verkaufen. Ein Bild-Bericht ließ mich dann platzen – es musste Dampf abgelassen werden.

Mai
Die taubstumme Gesellschaft (Schöne Neue Welt, tazblog)
Das Studentenleben ist manchmal… …seltsam. Da gibt es Tage ohne Sprache, die dennoch nicht einsam sind. Die Informationsgesellschaft, eine neue Welt. Eine neue, genauer Schöne Neue Welt war auch unser Semesterprojekt zu dieser Zeit. Dabei entstand der erste Kontakt meinerseits zur taz, sowie viele tolle Texte. Darunter auch dieser.

Juni
taz.de: „Flattr hat das Tool angeboten, was wir uns immer gewünscht haben“ (Carta)
Flattr war eines der, wenn nicht das Thema 2010 auf meinem Blog. Später im Jahr stellte ich auf Spiegel Online Kachingle und Flattr vor. Auf Carta führte ich ein Interview mit Matthias Urbach. Er ist Leiter von taz.de (und war somit von Oktober-Dezember mein Chef) und taz.de ist bekanntlich derzeit der größte Player mit Flattr.

Juli
Oktopussikratie: Ich glaub, mich tritt ein Tintenfisch! (Carta)
Die Fußball-WM wurde von einem achtarmigen Zoobewohner überschattet und ganz Deutschland – später sogar weitere Länder – bewiesen ihre “christlich-jüdischen Wurzel” mit besonders bekloppten Aberglauben. Mir war der Medienrummel um Paul bald zu blöd. Was ich deshalb machte? Ich forderte, die Demokratie abzuschaffen. Das liegt doch nahe…

August
Regierungsbildung in Belgien: Demokratie-Chaos im Herzen der EU (Spiegel Online)
Im August begann mein Praktikum bei Spiegel Online, zunächst in der Politik-Redaktion. In der ersten größeren, eigenen Geschichte beschäftigte ich mich mit Belgien und den hoffnungslosen Versuchen dort, eine Regierung zu bilden. Das ganze zog sich schon damals Monate. Und das beste: Der Text ist noch immer aktuell, eine Regierung wird weiterhin gesucht. Interessant: Belgien existiert trotzdem noch immer.

September
Volontariat: Wenn der Ausgebildete eine Ausbildung sucht… (Blog)
Im Spätsommer fand ich viel Zeit, mich mit (angehenden) Journalisten zu unterhalten, die meist sehr verschiedene Ausbildungswege hinter sich hatten. Dabei merkte ich, dass die Vorstellungen von journalistischer Ausbildung sehr unterschiedlich sind. Vor allem im Bezug auf das Volontariat. Ist es nach einer Journalisten-Schulen-Ausbildung noch nötig? Ich behauptete nein – und trat eine Lawine los. Nie zuvor hatte ich so viele Kommentare zu einem einzelnem Post. Zudem kam ein sehr handfestes Ergebnis heraus…

Oktober
Einfluss von Social Media: Die digitale Parallelgesellschaft (Spiegel Online)
An einen meiner letzten Tage bei Spiegel Online, mittlerweile im Ressort Netzwelt, schrieb ich diesen Text über den Selbstbezug des Internets. Wie um meine These zu bestätigen, nahmen überdurchschnittlich viele Twitterer und Blogger auf den Artikel Bezug. Das nannte ich nachher “selbsterfüllende Prophezeiung” und machte noch eine weitere Entdeckung

November
Keine Angst vor dem Terrorismus (taz,de)
Der Innenminister hatte vor Anschlägen gewarnt. Kurz darauf wurde ein “Realtestkoffer” in Namibia entdeckt. Er passte gut in die Hysterie. Gerade in Berlin standen überall schwer bewaffnete Polizeikräfte. Jede liegen gelassene Tüte sorgte für Zugausfälle. Mario Sixtus, den ich kurz vorher kennen gelernt hatte, ging das ähnlich auf dem Keks wie mir. Er startete eine Aktion, bei der man bekennen konnte “Die Terrorhysterie nervt mich, ich habe keine Angst”. Es machten Hunderte mit.

Dezember
Wikileaks wird ein Fall für den Presserat (taz.de)
Wikileaks veröffentlichte das ganze Jahr über geheime (bzw. vertrauliche) Dokumente. Der Hype brach jedoch erst Ende November aus, mit den Botschafts-Depeschen. Ich beschäftigte mich vor allem mit dem Umgang der Presse mit Wikileaks: Wikileaks kam bei Journalisten meist sehr gut weg. Dabei sind die Einflüsse von Wikileaks auf den Journalismus teilweise auch negativ. Darauf wies ich im November hin. Im Dezember gab es weitere kritische Stimmen. So die von Christiane Schulzki-Haddouti, die den Presserat anrief.

Bild: Mein Twitter-Bild 2010, dass ich zum neuen Jahr auch mal ändern möchte. Ein neues ist mir aber noch nicht bekannt.

PS: Was wird uns 2011 begleiten? Worüber wollt ihr von mir bzw. auf diesem Blog (mehr) lesen? Lasst es mich wissen!

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