Datenschutz in der Bundesliga? Nix da!

Gestern titelte Meedia: “Liga-Manager wettern gegen SpOn & Bild.de“. Das musste ich als Online-Journalist lesen. Und der erste Satz zog mich erst recht hinein: „Bundesliga-Macher gegen Datenjournalismus:“, schreibt Alexander Becker.

Worum geht es? Einige Bundesliga-Manager sind wohl sauer, dass verschiedene (Online)-Medien (nicht nur bild.de und Spiegel Online) mittlerweile umfangreiche Daten zu Bundesliga-Spielen veröffentlichen. Daten wie: gelaufene Kilometer, gewonnene Zweikämpfe, geführte Zweikämpfe… Und das nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für die einzelnen Spieler.

Und die könnten dadurch nun gebrandmarkt werden – mehr noch: Sie könnten an Marktwert verlieren. Das zumindest befürchten angeblich die Bundesliga-Manager. Als Beispiel wird Lukas Podolski aufgeführt, der laut den Daten des ersten Spieltags vergleichsweise wenige Kilometer gelaufen ist. Der Meedia-Artikel zitiert aus der Bild, wonach DFB-Geschäftsführer Holger Hieronymus der Sache nachgehen will. Demnach sagte er: “Wir ermitteln jetzt erst mal, welche Daten es genau betrifft. Dann werden wir sehen zu welchen Konsequenzen das führt.

Ich will doch schwer hoffen zu gar keinen!

Wir reden hier von Daten. Ich beschäftige mich ja nun seit einiger Zeit auch mit Datenjournalismus. Auch zur Bundesliga habe ich bereits ein datenjournalistisches Projekt durchgeführt. Mit Datenjournalismus immer verwoben ist die Open Data-Thematik. Die Frage, welche Daten frei verfügbar sein können und dürfen – und dann noch unter welchen Lizenzen, begegnet einem immer wieder. Gerade Behördendaten sollten häufiger, einfacher und verwendbarer veröffentlicht werden. Die Behörden und die Politik zieren sich hier leider viel zu sehr – in anderen Ländern ist man da bereits weiter.

Nun also ein neuer Angriff auf die Open Data-Bewegung. Und zwar von unerwarteter Seite: den Bundesliga-Klubs. Seien wir doch ehrlich, kommt es hier zu einem Dammbruch, sprich einem Einknicken vor dem Geld (=den Vereinen), was folgt dann als nächstes?

Keine Umweltdaten, weil Mietpreise sinken könnten?
Keine Einschaltquoten, weil das die Verkaufspreise von Serien senken könnte?
Keine Klickzahlen, weil das die Werbepreise senken könnte?
Kein Wetterbericht, weil die Tourismusbranche leiden könnte?

Nein Leute, Daten sollten frei werden, bzw. frei bleiben – auch in der Bundesliga!

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