Neulich las ich irgendwo auf Twitter, der Streit zwischen Google und China sei so etwas wie der erste Krieg zwischen einem „neuen“ und einem „alten“ Staat. Das ist zwar vermutlich meilenweit übertrieben, aber lediglich aufgrund des Wortes Krieg. Vermutlich geht es Google eher ums Geschäft und weniger darum, sich gegen Zensur zu wehren. Eine Art „Kräftemessen“ gibt es aber auf jeden Fall. Und wie so oft bei politischen Kräftemessen, sind es Kleinigkeiten, die interessant sind… Weiterlesen
Schlagwort-Archive: China
Die klügsten Männer der Welt
Seit Tagen wollte ich wieder bloggen, doch mit Ausnahme meines Textes über den Bildungsstreik bei CARTA bin ich nicht dazu gekommen. Nun gibt es einen Text von mir, doch wer einen konstruktiven Kommentar oder einen hintergründigen Bericht erwartet, den muss ich enttäuschen. Vielmehr muss ich mir den Frust von der Seele schreiben. Warum? Weiterlesen
Die Liste
In Asien habe ich von einer netten Tradition gehört, von der ich euch an dieser Stelle kurz berichten möchte. Es geht um eine Liste, eine Liste mit Namen.
Noch eine Sache vorweg, ich verwende im Text der Einfachheit halber nur das männliche Personalpronomen, die beschriebenen Personen können aber genauso gut weiblich sein. Weiterlesen
Kurioser Protest gegen chinesische Internetzensur -Warum sich das Grass-Schlamm-Pferd gegen Filzläuse verteidigt
Vor wenigen Tagen erfuhr ich in einer Vorlesung von einer kuriosen Geschichte, die ich euch nicht vorenthalten möchte
Im chinesisch-sprachigen Internet gibt es eine Legende: Die Legende von Grass-Schlamm-Pferden (engl. Grass Mud Horse), die sich gegen Fluss-Filzläuse verteidigen. Und eben diese Legende spielt auf die Internetzensur in China an. Wenn der geneigte Leser grade kein Wort versteht, ist dies zunächst einmal normal, ein kurzer Exkurs in die chinesische Sprache ist notwendig:
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Wo ist die selbsterklärte Weltmacht China, wenn man sie braucht?
Im Nahen Osten fliegen Raketen auf Israel. Dieses verteidigt sich und setzt sein Militär ein. Das Ergebnis sind Tod und Leid, welches dadurch erhöht wird, dass die Hamas ihre Stellungen bewusst in zivile Einrichtungen stationiert, darunter Schulen und Krankenhäuser. Und so kommt es zu einer Situation, in der es keine Trennlinie mehr zwischen Opfer und Täter gibt, jeder beides ist.
Verschiedene EU-Politiker versuchen zu vermitteln, allen voran Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Eine multinationale Sicherheitstruppe zur Überwachung der Hamas steht in Aussicht. Von einem Land, dass sich selbst als Supermacht sieht, hört man aber fast nichts: China.
Ein bisschen Besorgnis und ein paar diplomatische Gespräche. Sollte man von einer der stärksten Nationen der Welt nicht mehr erwarten? Der Nahostkonflikt wäre die ideale Bühne für China. China ist eine der wenigen Nationen, die wirklich etwas bewegen könnten. Das Militär ist groß genug, um eine Friedenstruppe zu stellen, anders als die durch Irak, Kosovo, Somalia, Kongo und Afghanistan stark belasteten Nato-Staaten. Zudem ist China kulturell und religiös weder westlich noch arabisch: Der ideale Unparteiische.
China könnte wirklich etwas Gutes tun würde endlich das bekommen, wonach es so dürstet: Weltweite Anerkennung. Nach allen Erfahrungen die ich vergangenen Sommer in China gemacht habe, würde beides dem Wunsch und Verständnis vieler Chinesen entsprechen.
Der kommunistischen Regierung in China fehlt dieses Feingefühl aber. Sie setzt ihre Ressourcen dem Anschein nach lieber ein, um das eigene Volk einzuschüchtern, das Internet zu zensieren oder Proteste (wie in Tibet) gewaltsam niederzuschlagen. Gerüchteweise sollen sogar einige Raketen der Hamas aus China stammen. So disqualifiziert die chinesische Führung ihr Land für eine Friedensmission im Nahen Osten und versäumt eine große Chance.
Japan oder Südkorea wären, mit Abstrichen in der militärischen und wirtschaftlichen Stärke, weitere Nationen, die für eine Initiative in Frage kämen.
„Wer also das Gute tun kann und es nicht tut, der sündigt“ (Jak 4,17) sagt die Bibel. Und da ist etwas dran. Solange auf dieser Welt, die, die etwas tun können, nichts tun, wird es Leid geben. Das gilt im Großen, wie auch im Kleinen.
“One world, one dream!”
Internetzensur in China wieder verstärkt
Erinnert ihr euch noch an die Stimmen, die sagten, die olympischen Spiele bringen Freiheit ins Land der Mitte? Langfristig mag vielleicht ein Anstoß gegeben worden sein, durch geknüpfte Kontakte und gemeinsame Erlebnisse. Kurzzeitig sieht die Lage aber anders aus: Das Internet in China ist wieder abgeschottet, die Verbesserungen, die es während der Spiele gab, sind Vergangenheit.
Wie das BBC berichtet, werden mittlerweile unter anderem das chinesische Angebot von BBC und Voice of America, sowie Asiaweek, Reporter ohne Grenzen und einige Seiten aus Taiwan und Honkong wieder gesperrt, die während der Spiele zugänglich waren.
Der Grund sei, dass diese Seiten gegen „chinesische Gesetze“ verstoßen! Zum Beispiel weil sie Taiwan als eigenständigen Staat ansehen. Im Radio gäbe es übrigens „Interferenzen“, welche dazu führen, dass manches nicht empfangen würde.
Experten gehen davon aus, dass die Zensur 2009 noch stärker werden wird. Denn die Finanzkrise trifft auch China, was zu zunehmender Unzufriedenheit führen könnte. Zudem ist 2009 der 50 Jahrestag der direkten Kontrolle Tibets und der 20 Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Studentenproteste, meist bekannt als „Tian’anmen Massaker“.
Ich hoffe, die Welt behält weiter die Augen offen und sieht nicht nun, nach den Spielen, weg. China ist ein wichtiges Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern. Vieles auf der Welt wird von der Entwicklung Chinas abhängig sein. Und die Entwicklung des Reiches der Mitte wird von vielen Dingen in der Zukunft abhängig sein.
Hier der Link zum BBC-Artikel:
http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/7785248.stm
PS: Aus Spaß könnt ihr euch mal ansehen, was hier steht, nette kleine Anekdote:
http://de.wikipedia.org/wiki/CCTV
Olympia / Tibet
Derzeit wird viel darüber debattiert, ob man aufgrund der Unruhen in Tibet, bzw. des Vorgehens der chinesischen Behörden, die olympischen Sommerspiele 2008 in Beijing boykottieren sollte. Auch wenn das dortige Vorgehen zu verurteilen ist, wäre ein Boykott meiner Meinung nach die falsche Entscheidung. Denn in erster Linie geht es um Sport. Sportler, die sich Jahre lang vorbereiten, um bei diesem Ereignis dabei zu sein, denen sollte man dies nicht nehmen! Es kann jeder selber entscheiden nicht zu starten, aber von oben herab einen Boykott zu erheben, wo ist da die Meinungsfreiheit bei uns? Auch die Berichterstattung nicht zu verfolgen, empfinde ich als ungerecht. Damit bestraft man nur die Sportler, nicht die chinesische Regierung. Was können diese dafür, dass die Spiele in China stattfinden?
Ich denke, man kann auch politisch mit den Spielen mehr erreichen als ohne. Was passiert bei einem Boykott? Die Spiele finden statt, mit eingeschränkten Teilnehmerzahlen. Die chinesischen Medien werden es so verkaufen, dass wir die Dummen sind. Ein schlechteres Image in der Welt als vorher wird China, bzw. die Regierung dort nicht haben. 2012 wird China (und gegebenenfalls andere Länder) dann London boykottieren (wegen des Irakkrieges, und ganz ehrlich, warum auch nicht? Wo zieht man die Grenze? Tibet ist provokant gesagt wenigstens eigenes Staatsgebiet!)
Was passiert mit den Spielen? Menschen aus aller Welt kommen nach China. Die dortige Jugend kommt in Kontakt mit Jugendlichen der Welt, wird mit ihren Ideen, Idealen konfrontiert. Die Sportler leben eine Möglichkeit des friedlichen Miteinander vor. Sie erzählen davon, wie sie China sehen, was sie wissen. Die Chinesische Jugend gilt als sehr weltoffen, möchte mehr von der Welt erfahren, mehr sehen.
Außerdem sind die Medien vor Ort und können die Aufmerksamkeit auf sensible Themen lenken. Man erinnere sich an die Unruhen in Birma vor nicht allzu langer Zeit. Wer berichtet nun noch davon? Die Spiele sind eine Chance, und es gilt diese zu nutzen.