Rudelbildung – Die EM-Kolumne (14): Laaaangweilig

Erst der spielfreie Tag, dann das spielfreie Viertelfinale. In Polen und der Ukraine bricht die Langeweile aus. Um uns dem Niveau anzupassen, kommt auch diese Ausgabe der Rudelbildung vollkommen ohne Aufregung, Pointen oder Spannung aus.

Worüber soll man auch wirklich noch berichten? Gut, man könnte wie jede Zeitung und jeder TV-Sender kurz über Julia Probst schreiben, um ihr Anliegen nach der EM sofort wieder zu vergessen. Oder man schaltet zu einem Kollegen, der irgendwo in der Pampa vor dem deutschen Hotel steht um dort exklusiv zu sagen, was ohnehin jeder weiß.

Ahhhhh… Gäääähnnn. Entschuldigung.

Kann mal jemand vom Platz fliegen? Oder ein Elfer oder so?! Danke.

Wir brauchen etwas verrücktes, etwas aufregendes, etwas zum drüber reden…

Ok, heute noch die “Abwehrschlacht von Danzig” (wie Hansi vielleicht sagen würde, wenn man ihn noch auf Pressekonferenzen lassen würde), dann kommen zwei spannende Duelle. Und dann ist es ja auch fast vorbei.

Oh, wir hören gerade, dieses Social Media ist voll im Trend. Da wir leider keine Social-Media-Strandkannixe haben, müssen wir das hier auch noch selbst übernehmen:

Hey, Rudelbildung, du beobachtest für uns den ganzen Tag das Netz. Was gibt es denn da so Neues? Oh, da hab ich was ganz spannendes, das so genannte Facebook. Oh, und was kann man da so machen? Ja, da kann man Spieler toll finden. Wow. Ja, und wie im wirklichen Leben, mag man manche mehr als andere. Das tut ja sogar der Bundestrainer, oder? Bestimmt. Und deshalb haben wir uns gedacht: Was wäre, wenn Facebook der Bundestrainer wäre und mal eine Mannschaft aufgestellt von unseren Spielern, also da, mit denen, wo der, also viele Likes haben, mehr als andere, die anderen, also am meisten. Und das sähe dann so aus:

Neuer
Boateng – Hummels – Badstuber – Lahm
Schweinsteiger – Khedira
Müller – Özil – Podolski
Gomez

(Daten von allfacebookstats.com)

Ja, Mensch. Das ist ja genau die Aufstellung, wie sie sonst auch ist. Das ja ein Ding. Meinst du, der Jogi schaut da auch so rein? Bor, spannnend….

Und zum Abschluss noch die wichtigste Frage, mit täglich frisch angepasster Antwort:
Wer wird Europameister? Portugal

Protest: Facebook hot – Twitter not?

Eben haben ich ein wenig auf campact rumgesurft. Ich wollte nachsehen, wie die Petition gegen die Aufhebung der Null-Toleranz-Regel für Gentechnik in Futtermitteln so läuft (ich kann übrigens nur darum bitten, mitzumachen). Dabei fiel mir etwas auf: Für alle Petitionen gibt es Share-Buttons für Twitter und Facebook. Aber weiterverbreitet wird offenbar 10- bis 44-mal häufiger auf Facebook als auf Twitter:

Woran mag das liegen? Ich habe drei Thesen:

1. Die Counter-Zahlen stimmen nicht.
Gerade bei den Twitter-Countern habe ich häufig das Gefühl, dass viele Tweets, die nicht über den Button abgeschickt werden, nicht oder erst spät gezählt werden.

2. Die Leute nutzen zur Verbreitung lieber Facebook.
Ein Grund: Bei Facebook hat man eher echte Freunde, die man glaubt auch zum unterzeichnen bewegen zu können. Auf Twitter hingegen hat man deutlich mehr Kontakte, die man nicht persönlich kennt.

3. Deutlich mehr Leute in Deutschland nutzen Facebook als Twitter.
Dieser Punkt ist wohl unzweifelhaft. Ob er allein für die Zahlen verantwortlich ist? Möglich. Dafür spicht, dass Campact etwa 10-mal mehr Leute hat, denen die Campact-Facebook-Seite “gefällt”, als Follower auf Twitter (ca.11.000 zu 1.250).

Facebook setzt sich einmal mehr durch.

Die Revolution frisst ihre Attribute

Iran war die Twitter-Revolution. Zumindest bis man das Wort Revolution streichen musste. Dann kamen Tunesien und Ägypten. Diese Länder haben ihre Machthaber zumindest gestürzt. Und weil die ganze Welt daran teilhaben konnte, zumindest wenn sie nicht deutsches TV sah, wollte man doch auch irgendwie Teil davon sein.

Wir im Netz waren dabei, wir gehören zu den Ägyptern. Wir haben Mubarak mit gestürzt, weil wir immer alles wissen wollten und auf Facebook mit kommentierten. Facebook ist westlich. Seht ihr, ohne uns, hättet ihr noch immer eine Diktatur (die wir übrigens erst so nannten, nachdem unser Urlaubsland mit Protesten in den Medien auftauchte).

Ägypten ist die Facebook-Revolution. Das Internet war lange Zeit aus? Egal! Die Frage an einige Demonstranten oder „Experten“ inwiefern ihnen Facebook geholfen habe („Ja, war sicher hilfreich“) reicht als Indikator. Hat jemand einen Demonstranten gefragt, wie das überwiegend gute Wetter geholfen hat?

Ägypten die Schön-Wetter-Revolution?

Klingt eher nach Deutschland. Aber halt: Es wird ja tatsächlich von Klima-Revolution geschrieben.

Ich persönlich möchte all jene Faktoren als Teilaspekte nicht ausschließen. Sicher können sie unterstützend wirken. Aber wenn wir westliche Menschen schon als Teilauslöser gelten wollen, sollte man einen anderen Gedanken Aufmerksamkeit schenken:

Ägypten ist die Tourismus-Revolution.

Der Tourismus könnte seinen Teil beigetragen haben. Vielleicht mehr noch als über Facebook bekommen junge Ägypter über den Tourismus in ihrem Land regelmäßig Kontakt zu westlichen Gedankengut und Lebensstil. Sie sehen, wie wir leben, schließen Freundschaft (auch auf Facebook). Ich denke, friedlicher und respektvoller Tourismus kann langfristig Gesellschaften umwälzen.

Natürlich nicht allein. In Ägypten wäre auch wenig gegangen ohne Al Jazeera. Erleben wir gerade die Al Jazeera-Revolutionen? Zumindest bringen sie dem Sender weltweite Beachtung.

x,y,z-Revolution: Vielleicht ist alles ein Teil, vielleicht alles richtig. Vielleicht aber auch maßlos übertrieben. Revolutionen können historisch betrachtet meist erst einige Jahrzehnte später richtig eingeordnet werden. Nicht von Journalisten oder Kommentatoren, sondern von Historikern.

Bis dahin sollten wir die Revolution in Ägypten von Zwangsehen mit von außen herangetretenen Attributen verschonen und abwarten. Abwarten, ob die Revolution überhaupt eine ist.

PS: Die Oktober-Revolution fand übrigens im November statt, die Februar-Revolution im März.

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Das Like- Perpetuum -Mobile

Warum kann ich bei Facebook eigentlich nicht anklicken, dass mir gefällt, dass jemanden mein Status gefällt. Das könnte doch durchaus werberelevante Informationen abwerfen. Mir gefällt, dass X Single ist. Und Y gefällt, dass mir das gefällt, weil Sie sich denkt, ich stürze mich nun auf X und nicht auf Y. Und das wiederum könnte Z gefallen. Warum auch immer.

Ein Perpetuum-Mobile der Like-Kultur. Gefällt mir. Und mir gefällt, dass mir das gefällt. Und mir gefällt, dass mir gefällt, dass mir das gefällt. Außerdem gefällt mir, dass mir gefällt, dass mir gefällt, dass mir das gefällt… tbc

Lügt Facebook beim Freundefinder?

Facebook zeigt an, dass Freunde den “Freundefinder” erfolgreich genutzt haben. Einziges Problem: Das stimmt gar nicht! Aber der Reihe nach: Facebook wirbt seit einiger Zeit für seinen Freundefinder, über dessen Problematik (Speicherung von Daten von Nicht-Nutzern) bereits geschrieben wurde. Aber da sind doch so viele, die ihn trotzdem nutzen, Freunde von mir. Unbelehrbare? Netpolitik twitterte bereits:

Praktisch: Facebook zeigt an, welche Bekanntschaften so dämlich waren und den automatischen Freundefinder ausprobierten #intelligenztest

Hat mich sehr amüsiert, dieser Kommentar. Aber scheinbar stimmt er nicht:

Eine Kommilitonin von mir postete vergangene Tage einen Screenshot. Darauf zu sehen zwei Kommilitonen, die den Freundefinder angeblich eingesetzt haben. Sie fragte die beiden: „Sag mal, beschwindelt Facebook mich? Weiterlesen

Stell dir vor, du hast auf Facebook und StudiVZ keinen Geburtstag mehr…

…gratuliert dir dann eigentlich noch jemand?

Das wollte ich herausfinden. Und deshalb habe ich dieses Wochenende den Test gemacht: Rechtzeitig den Geburtstag bei StudiVZ und Facebook verborgen und auch bei Skype entfernt. Nur ICQ wollte mein Geburtsdatum partout nicht wieder abgeben. Raus gelöscht speicherte es dann den 1. Januar. Na gut, erfüllt zunächst auch den Zweck.

Warum machte ich das? Weiterlesen

Meine Gedanken zu Flattr

Irgendwie begeistert mich Flattr ja schon. Endlich ein unkompliziert wirkender Dienst für Micro-Payments, endlich kann man Bloggern kleine finanzielle Anerkennungen zukommen lassen, gleichermaßen aber auch Online-Inhalte konventioneller Medien besonders honorieren. Als taz.de sich neulich endschied, Flattr zu testen, sah ich wie viele andere auch den Durchbruch nah. Also habe ich einen Einladungs-Code für die immer noch geschlossene Beta angefordert. Der ist mittlerweile da. Angemeldet habe ich mich jedoch (noch?) nicht. Dafür habe ich mir umso mehr Gedanken gemacht, an denen ich euch teilhaben lassen möchte. Weiterlesen

Fail-Whale-Watching

fw1Als ich als Kind in Kanada im Urlaub war gab es für mich immer ein besonderes Highlight: Whale-Watching, also mit einem Schifferboot auf das Meer hinausfahren, und Wale sehen. Die vergangenen beiden Tage, konnte man global Fail-Whale-Watching betreiben. Der geneigte Internetnutzer weiß bereits Bescheid: Ich rede vom Ausfall von Twitter. Weiterlesen