Aus gegebenen Anlass: Texte zum Bildungsstreik

Aus gegebenem Anlass krame ich an dieser Stelle noch mal meine “Impressionen zum Bildungsstreik” aus dem Frühsommer raus. Hier findet ihr die Einführung in die Mini-Reihe, von dort aus könnt ihr euch zu den fünf kurzen Texten weiter klicken.

Zudem leg ich euch diesen Text ans Herz. Darin geht es um die aktuellen Bildungsstreik-Proteste im November und die Frage, warum sich verhältnismäßig wenige daran beteiligen, obwohl sie die Forderungen unterstützen.

Unruhe bitte!

Dieser Text lag mir schon lange in den Fingern, heute kommt sein Tag. Ich plädiere offiziell mehr Unruhe in deutschen Schulen, Hochschulen und überhaupt! Die Deutschen sind einfach zu ruhig, bzw. werden zu ruhig gemacht. Und damit meine ich diesmal nicht, dass sie nur selten Probleme offen aussprechen, protestieren oder diskutieren. Ich meine schlicht die „deutsche Arbeitsatmosphäre“.

Die wird schon in der Schule indoktriniert: Ruhe beim Arbeiten, Ruhe fördere die Konzentration. Andererseits: Viele Autofahrer werden mir sicher zustimmen, wenn ich sage, ohne Radio würde die Konzentration bzw. Aufmerksamkeit bei langen Fahrten schneller dahinschwinden. Aber ich will gar nicht so sehr darüber diskutieren, ob Ruhe nun zuträglich ist oder nicht, Fakt ist, sie ist sehr eindimensional. Weiterlesen

Impressionen zum Bildungssystem (Bildungsstreik-Reihe) Teil 1 „G8 alias Turboabi“

BildungsstreikWie angekündigt, an dieser Stelle ein paar kurze Erfahrungen aus dem Bereich Bildung und Bildungspolitik. Teil 1: G8 alias „Turboabi“

Das wovon ich nun berichte, bezieht sich auf Nordrhein-Westfalen, wie G8 in anderen Bundesländern im Einzelnen aussieht, kann ich nicht sagen.
Selber mitgemacht habe ich G8 nicht. Ich habe mein Abitur ganz normal nach neun Jahren Gymnasium gemacht. Schon damals habe ich (fast) täglich im Sportverein trainiert. In der Mittelstufe sah mein Tagesablauf in der Regel wie folgt aus: Weiterlesen

Bundesweiter Bildungsstreik

BildungsstreikVom 15. bis 19. Juni 2009 findet der bundesweite Bildungsstreik statt. Dazu gibt es in zahlreichen Städten Veranstaltungen von Schülern und Studenten zum Thema Bildung. Demonstrationen, Informationsveranstaltungen, Sit-ins, und vieles mehr. Doch worum geht es eigentlich?

Demonstriert wird seitens der Studenten u.a. für: Weiterlesen

Wir verschwenden Geld durch Traditionen

Derzeit ist Abi-Prüfungszeit. Vor kurzem habe ich bereits einen alten Text über Abireisen ausgekramt. Im nachfolgendem, ebenfalls etwa zwei Jahre altem Text, widme ich mich einem anderen Thema: Dem Abiball, bzw. dem Dresscode dabei. Auch das sehr kritisch und auch hier hat sich bis heute leider nichts geändert. Vielleicht kann der diesjährige Jahrgang den Text als Inspiration nehmen!

Wir schleudern Geld in Traditionen, Geld das man gebrauchen könnte
Zum Abiball „muss“ man mit Anzug oder ähnlichem kommen. „Wie sieht denn das aus, wenn man da mit Jeans ankommt!?“. Dies hat mich eigentlich schon immer aufgeregt. Wo bitte steht dies verankert, welchen logischen Grund gibt es dafür, sein Abizeugnis in einem Anzug entgegenzunehmen? Es heißt immer, es ist ja etwas Besonderes, aber es gibt vieles, das besonders ist. Der erste Kuss, die Geburt eines eigenen Kindes und und und… muss ich mich dafür besonders kleiden???

Wie so oft in unserer Gesellschaft werden Dinge, für die es keine objektive, logische Begründung gibt, mit Tradition erklärt. Aber was kann Tradition begründen? Sollte man eine Tradition immer weiterführen? Was wenn es Tradition wäre, etwas schlechtes zu tun???

Beim Kaufen der Schuhe heute kam mir eine Idee, oder sollte ich schreiben Vision? Wäre es nicht genial, wenn meine komplette Stufe auf diesen ganzen Kram verzichten würde und das Geld, was man dafür ausgegeben hätte, stattdessen in einen wohltätigen Zweck stecken würde?

Machen wir eine kleine Rechnung. Meine Stufe besteht aus mehr als 60 Leuten, also sagen wir der einfach halber 60. Sagen wir darüber hinaus, jeder gäbe 200€ aus. Dies halte ich im Durchschnitt für halbwegs realistisch. Ich habe weniger Geld ausgegeben, aber ich war ja auch sehr widerwillig. Ich denke die Mädchen bei uns haben deutlich mehr ausgegeben. Dabei ist noch nicht einmal einkalkuliert, was Verwandte und Bekannte ausgeben… Wir kämen innerhalb der Stufe überschlagen also auf 12.000 €. Was könnte man mit diesem Geld alles anfangen…

Leider bleibt diese Idee nur eine Vision, weil sich die Menschen scheinbar zu so etwas nicht überreden lassen. Im Gegenteil finden sie es oft sogar eine Frechheit, dies vorzuschlagen. Das zieht mich ein wenig runter. Sind wir so egoistisch und verkrampft? Dann gibt es noch den Vorschlag: „Mach du es doch!“ Ich würde gerne, wer macht bitte mit???

Erstmals erschienen am 04.06.2007 auf Opinio.de