Ständig eine weitere Community in die man hinein „gegruppenzwangt“ wird. Ein Forum, ein Netzwerk, ein Account bei einem Händler. Der normale Internetnutzer hat heutzutage mehr Accounts als Freunde. Das geht mir schon seit einiger Zeit auf den Keks. Wie die meisten Leute habe ich sogar eine eigene „Spam-Emailadresse“ für diese ganzen Accounts.
Doch heute wurde es bei mir ein Account weniger: Nach reichlichem Überlegen habe ich beschlossen, mich bei Myspace abzumelden!
Myspace war meine erste Community und von ich fand sie von der Grundidee her auch am besten. Aber aus irgendwelchen Gründen waren dort nie viele meiner Freunde vertreten, im Gegensatz zu „JederdrinVZ“. Und Nachrichten habe ich auf Myspace in letzter Zeit kaum noch bekommen oder versendet. Und wenn, dann nur an Leute, die ich problemlos auch anders erreichen kann. Heute stand für mich daher fest: Bye-bye Myspace. Ich dachte, das würde ein kurzer Prozess. Ein- zwei Klicks und RIP. Ein Irrglaube.
Die Wahrheit sah anders aus und bestand aus neun Schritten:
- Unter Account auf „Account löschen“ gehen
- Ich werde nach einem Grund befragt. Ich kann zwischen sechs verschiedenen wählen. Gerne würde ich mehrere nehmen, aber ich muss mich für einen entscheiden
- Mein Grund wird mit einen Gegenargument kommentiert
- Ich werde gefragt, ob ich trotz Gegenargument meinen Account löschen möchte
- Ich soll meine Entscheidung bestätigten
- Mir wird mitgeteilt, dass die Löschung beantragt sei. Ich bekäme in Kürze eine Mail
- In besagter Mail muss ich auf einen Link klicken
- Der Link führt jedoch nur zur Myspace-Hauptseite. Dort logge ich mich ein
- Es erscheint eine Abfrage, ob ich wirklich löschen will. Ich bestätige. Nun wird innerhalb der nächsten 48 Stunden mein Account gelöscht.
Myspace wollte mich nicht einfach so gehen lassen, wenn man sich das anschaut. Schon ein wenig erschreckend! Aber ich bin weg oder sollte ich schreiben „ausgestiegen“? Ich habe einen Account weniger, eine Stelle im Internet weniger, unter der man mich beobachten kann.
Zumindest bis mich irgendwas oder irgendwer in die nächste Community gelockt haben wird. Derzeit versuchen einige mich zu Facebook zu überreden, wogegen ich mich bisher erfolgreich gewehrt habe.
PS: Zum Thema „Ausstieg aus Internet-Communities“ kann ich diesen sehr interessanten Spiegel-Online Text empfehlen.