Klimaneutral Tanken: Gute Idee, aber…

Neulich beim Tanken, wurde mir ein Flyer von Arktik (hier) in die Hand gedrückt, der mich durchaus interessierte. Zusammengefasst geht es um folgendes: Man kann sich eine Arktik-Karte bestellen, mit der man seine Tankgänge bezahlt. Zusätzlich zu den Tankkosten werden einem 2 Cent pro Liter abgebucht, die den verfahrenen CO2-Ausstoß mit Klimaprojekten ausgleichen sollen. Dies geschehe angeblich sehr genau und damit das möglich sei, gäbe auch der Tankstellenbetreiber JET 2,5 Cent pro Liter dazu.

Anfürsich eine gute Idee wie ich finde. Zwei Cent sind nicht so viel. Klar wenn zwei Tankstellen nah aneinander stehen schaut man auf den Preis und entscheidet sich auch aufgrund nur eines Cents Unterschied. Aber wenn man damit etwas Gutes tut, sind ein paar Cent mehr etwas anderes (oder sollten das sein). Natürlich, noch besser wäre es, den Nahverkehr zu nutzen, aber das ist nicht immer problemlos möglich und da täte es eigentlich gut, sein Gewissen ein wenig beruhigen zu können: Man würde sich ja zumindest bemühen, den Schade auszugleichen. Nun jedoch das große aber: Weiterlesen

Die klügsten Männer der Welt

Seit Tagen wollte ich wieder bloggen, doch mit Ausnahme meines Textes über den Bildungsstreik bei CARTA bin ich nicht dazu gekommen. Nun gibt es einen Text von mir, doch wer einen konstruktiven Kommentar oder einen hintergründigen Bericht erwartet, den muss ich enttäuschen. Vielmehr muss ich mir den Frust von der Seele schreiben. Warum? Weiterlesen

Warum die AKW-Laufzeitverlängerung den Klimawandel sogar verstärkt

confbriObwohl grade passend zum Beschluss einer Laufzeitverlängerung von AKWs neue Skandale über Atommüll bekannt wurden, soll die Atomenergie weiter als geeignete „Brückentechnologie“ verkauft werden. Dabei scheint die Brücke langsam aber sicher Formate anzunehmen, wie die der Confederation Bridge in Kanada. Endlagerfrage, Leukämie-Fälle und auch der Uran-Abbau bleiben also weiter ungeklärt. Neustes Schönfärbeargument von AKW-Betreibern und kommender Bundesregierung ist daher der Klimaschutz. Doch dies ist nur ein Vorwand, sollte die Regierung nicht etwas am CO2-Handel ändern. Weiterlesen

Klimaschutz ohne Tempolimit

stau1Vor kurzem las ich diesen Artikel auf Spiegel-Online. Darin wird eine Studie vorgestellt, laut der Deutschland (trotz angeblicher „Klimakanzlerin“) es nicht schaffen wird, die angestrebte Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu erreichen. Dies liege vor allem daran, dass viele Vorhaben nicht durchgesetzt wurden oder aufgrund von wirtschaftlichen Interessen aufgeweicht wurden.

Wen das konkreter Interessiert, dem empfehle ich den Artikel einmal selbst zu lesen. In dessen späteren Verlauf kommt Jochen Flasbarth zu Wort. Er ist designierter Präsident des Umweltbundesamts. „Wer ein generelles Tempolimit auf Autobahnen ablehne, müsse darlegen, wo sonst CO2 eingespart werden könne.“, zitiert Spiegel-Online Flasbarth indirekt. Weiterlesen

Lesetipps-15-02-09

Nachfolgend ein paar lohnenswerte Artikel der letzten Tage. Über alle könnte man eigene Texte schreiben (nicht zuletzt, um die Informationen zu verbreiten), aber ich belasse es zunächst einmal bei den Links und kurzen Zusammenfassungen:

Und zum Schluss noch in eigener Sache: Meine Homepage (www.andreasgriess.de) ist seit Mitte der Woche mit neuem Outfit online. Schaut mal vorbei.

Desertec- Saubere Energie aus der Wüste

Kohlekraftwerke verschmutzen die Umwelt. Gas- und Ölkraftwerke sind da nicht viel besser. Atomenergie birgt stets enormes Risiko und dazu ist noch immer nicht geklärt, was mit dem Atommüll passieren soll. Wirkliche Alternativen gibt es aber nicht.
Doch genau hier liegt der Irrtum! Es gibt Projekte, die keine Gefahren mit sich bringen, die Umwelt nicht verschmutzen und dennoch finanzierbar sind. Eines davon möchte ich euch hier vorstellen: DESERTEC.

Grob zusammengefasst handelt es sich dabei um ein Projekt zur Erzeugung elektrischen Stroms mittels solarthermischer Energie. Doch nicht nur Strom würde erzeugt, zeitgleich könnte man arme Regionen mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln versorgen.

Europas Stromversorgung- nur durch grüne Energie

Ein Desertec-Plan

Nun fragt man sich natürlich, warum ein so vielversprechendes Programm nicht umgesetzt wird. Die Antwort:
Der politische und wirtschaftliche Wille fehlt!
Viele Wirtschaftler (und auch Politiker) verdienen gut am Status Quo, der da heißt Öl, Gas, Kohle und Uran.  Nur wenige setzen sich für Programme wie Desertec ein!

Damit sich etwas ändert, muss dieses Programm bekannter werden. Nur so kann Druck entstehen, in der Energie- und Klimapolitik wirklich eine Kehrwende einzuleiten.
Daher dieser Blog-Eintrag. Und ich bitte euch: Verlinkt, erzählt weiter, schreibt selbst etwas dazu! Denn du willst doch auch in einer lebenswerten Welt leben, oder?

Nun aber zum Projekt selbst:
Desertec ist ein Projekt der Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation (TREC). Diese ist eine Initiative des Club of Rome, des Hamburger Klimaschutz- Fonds und des Jordanischen Nationalen Energieforschungszentrums.
Würde Desertec Wirklichkeit, würde hauptsächlich mittels solarthermischer Kraftwerke genug Energie erzeugt, um ganz Europa zu versorgen- CO2- Ausstoß-frei.

wie Solarthermik funktioniert

wie Solarthermik funktioniert

Was ist solarthermische Energie-Gewinnung? Dies ist nicht zu verwechseln mit den allseits bekannten Solarzellen. Bei der Solarthermik wird Licht gebündelt und eingesetzt um Wasser, oder Öl, zu erhitzen, welches dadurch eine Turbine antreibt- wie es auch in jedem AKW oder Kohlekraftwerk passiert. Die nötige Hitze kommt dabei jedoch nicht von gefährlichen Elementen oder zu verbrennenden fossilen Brennstoffen, sondern aus den Sonnenstrahlen. Die gesamte benötigte Technologie existiert bereits. Zudem ist sie unkompliziert, so genannte Low-Tec. Denn jeder kennt das Prinzip, mit dem ein Schulkind mit einer Lupe ein Stück Papier zum brennen bringt.

Durch Speicher kann auch bei Nacht weiter elektrische Energie erzeugt werden. Die Technik der solarthermischen Energiegewinnung wurde bereits in den achtziger Jahren eingesetzt. Sie wurde damals nur nicht weiter verfolgt, da der Klimawandel noch kein Thema war und fossile Brennstoffe deutlich billiger waren. Damals…

Nun werden Kohle, Öl und Gas zunehmend knapp- die Sonne scheint jedoch weiterhin. Im Nahost und Nordafrika (den sogenannten Mena-Staaten) gehen pro Jahr 630.000 Terawattstunden (TWh) ungenutzt nieder- 4000 TWh Strom brauchte Europa 2008. Da in den Mena-Staaten doppelt soviel Solarenergie gewonnen werden kann wie in Südeuropa planen die Entwickler von Desertec hier Anlagen zu errichten. Die Übertragungsverluste würden dank moderner HVDC-Leitungen (High Voltage Direct Current = Hochspannungs-Gleichstromübertragung) trotz der Entfernung bei nur 10-15% liegen.

so sieht es aus

so sieht es aus

Für die Mena-Staaten würde natürlich auch für den Eigenverbrauch genug Energie abfallen. Außerdem gewännen sie ein kostbares Exportgut (saubere Energie) und natürlich Arbeitsplätze. Beides könnte neben der Infrastruktur auch die politische Lage stabilisieren.
Zudem könnten sie die Kraftwerke gleichzeitig zur Entsalzung von Mehrwasser, und somit zur Trinkwassergewinnung nutzen. Doch das entsalzte Wasser wäre nicht nur für den Trinkbedarf von Vorteil- man könnte damit auch kostengünstig Flächen bewässern und so für Landwirtschaft nutzbar machen. Bisher ungenutzte Orte könnten der Nahrungsmittelproduktion dienen oder der Erzeugung wirklichen Bio-Diesels. Mit wirklichem Bio-Diesel ist solcher gemeint, für den zuvor nicht Wälder weichen mussten oder Nahrungsplantagen aufgegeben wurden. Beides passiert derzeit aufgrund von Subventionen.

Meist gibt es jedoch einen großen Einwand: Desertec brächte eine Abhängigkeit mit sich. Dies schreckt viele Politiker und Investoren ab, trotz der möglichen win-win Situation. Aber man sollte bedenken: Auch jetzt besteht eine Abhängigkeit. Öl und Gas kommen fast nur aus Arabien und Russland. Muss man immer auf die 100%-Lösung warten? Wie realistisch ist eine saubere, billige Energie ohne Abhängigkeiten? Noch dazu in naher Zukunft? Sollte man daher nicht zumindest das, was bereits geht, tun? Und selbst wenn der multilaterale Schritt zu weit geht, könnte man die Technologie zumindest in Südeuropa verstärkt einsetzen.

Derzeit ist solarthermisch erzeugter Strom noch teurer als „gewöhnlicher“. Aber die Experten gehen von weiter steigenden Energiepreisen aus- der solarthermische Strom hingegen würde mit dem Bau jedes Kraftwerkes billiger. Spätestens 2020 würde der Preis so gewonnener Energie mit fossil erzeugtem gleichziehen- und billiger als Atomstrom sein.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Projektes:
http://www.desertec.org

Macht Projekte wie dieses bekannt. Sprecht darüber, schreibt darüber, informiert darüber!

Update (16.06.09): Laut Sueddeutsche.de und Spiegel-Online wird das Projekt durchgeführt!

Von Klima-Kanzlerin zu Arbeitsmarkt-Angie

Erinnert sich noch jemand an den G8 Gipfel in Heiligendamm? Damals hat unsere Bundesangie doch hart und erbitter für mehr CO2 gekämpft. Also ich meine weniger. Ja, was wurde sie gefeiert für ihr Engagement. Sogar Greenpeace war hoch erfreut und lies es sich nicht nehmen, extra per Boot anzureisen. Leider ereignete sich bei der Anfahrt ein unbeabsichtigter Unfall mit einigen Polizeibooten.

Nun ist wieder Gipfelzeit. Zwar nicht G8, sondern EU aber was macht das schon. Ok, keine großer Sperrzone und die Steine werden derzeit in Athen geworfen statt in Rostock, aber das tut nichts zur Sache.

Auf alle Fälle möchte die Bundeskanzlerin nun 

„keine Klimaschutz-Beschlüsse fassen, die in Deutschland Arbeitsplätze oder Investitionen gefährden.“ 

Treu nach dem Motto „Kannst du eine Krise nicht versorgen, verschiebe sie auf Morgen!

Schon klar, der Braunkohle-Kraftwerkbesitzer von heute kann wählen, der am Klimasterbende von Morgen nicht. Dabei machen führende Experten klar, dass grade in Umwelttechnologie die Jobs von Morgen liegen. Man müsse nur weitere Anreize schaffen.

Hoffen wir, dass nicht nur unsere Regierung (sogar der Umweltminister Sigmar Gabriel will ja die Wirtschaft nicht gefährden, klarer Fall von Beruf verfehlt in meinen Augen) noch einlenken auf einen Kurs mit Zukunft für meine Generation und die darauffolgenden.
Sonst brauchen wir irgendwann einen „heiligen Damm“.

PS: Sogar Spiegel-Online findet in Form eines Kommentars von Christian Schwägerl deutliche Worte. Den Text kann ich nur empfehlen: Link