Zahlen, bitte?! Sie wollen doch alle nur das eine: Unser Geld (Teil 2: Flattr)

(Fortsetzung von Teil 1)

Interessant fand ich auch, warum man bei Springer nicht auf Flattr setzten wolle (Konjovic selbst sagte, er nutze den Dienst): Gegen Flattr spreche, dass im Moment des „Zahlens“ (also flattrns) unklar ist, wie viel man als User wirklich gibt. Es wird ja erst am Ende des Monats aufgeteilt. Konjovic sagte: „Wir wollen, dass ein Produkt auch einen festen Wert hat“. Dafür verwendete er auch den Ausdruck „Preisschild“.

Persönlich würde ich sagen, dass dieses Denken altmodisch ist: Das ein Produkt einen Wert hat, den man in Euro angeben kann und der für alle gleich viel wert ist. Persönlich finde ich den Gedanken, dass etwas mir wertvoller sein kann als dir und etwas anderes genau andersherum durchaus reizvoll. Das Problem ist jedoch vermutlich: Es ist so mega unberechenbar, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Diese Unberechenbarkeit ist ein Grund der derzeit tatsächlich gegen Flattr spricht (im letzten Monat habe ich z.B. trotz nur 3 Klicks über 15 Euro bekommen).

Über den Dienst gab es nicht viel Neues, was Peter Sunde zu berichten vermochte. Dafür sind einige Einschätzungen und Meinungen von Sunde sehr interessant gewesen. So zum Beispiel zur Frage, warum Flattr gerade in Deutschland so gut angelaufen ist. Sunde vermutet, dass man in Deutschland eher bereit sei, für Journalismus zu zahlen, da im Vergleich zu anderen Ländern weniger über Anzeigen finanziert wird. Auch das öffentlich-rechtliche Rundfunkmodell nannte er als Beispiel. Auch hier würde für bezahlten Journalismus sensibilisiert, wenn auch – wie ich anmerken möchte – eher weniger freiwillig.

Sunde glaubt, dass ein Flattr-Klick nicht nur einen Dank für geliefertes darstellt. Es sei vielmehr eine Vorfinanzierung für etwas, dass der Flattrer möchte: „Du siehst etwas, dass du magst und möchtest mehr davon. Das ist der Grund, warum du klickst!“

Allgemein trat Sunde sehr locker und unbekümmert, aber auch mit deinem Touch Überheblichkeit gegenüber den anderen Panel-Teilnehmern auf. So sagte er zum Beispiel mehrfach: „Das was die anderen versuchen, wird nicht funktionieren“. Sunde sah die Sache meist allein von der Kunden-Seite. Wie Journalismus letztlich finanziert werden soll, konnte auch er, auch mit Flattr, bislang nicht beantworten. Einen Unterschied zwischen journalistischem und sonstigen Content hörte ich Sunde nicht machen.

Trotzdem wirkte er auf mich sympathisch. Er liegt mit seinen Ansätzen sicher näher bei meinen Ansichten, als zum Beispiel Géraldine Delacroix von Mediaparte. Auf die Aussage von Georg Konjovic, man wolle einen bestimmten Wert für ein Produkt haben („Preisschild“), antwortete Sunde mit einem Vergleich: „Weißt du, wie viel du für einen Pott Wasser daheim bezahlst? Nein, aber es interessiert dich nicht, weil du es brauchst.“ Sunde gab aber auch zu, Flattr sei eher für Leute designt, die geringe bis keine Einnahmen haben und eher nicht für z.B. die Bild.

Einig waren sich alle, dass man nach Finanzierungsmodellen suchen muss. Man sei daher auch dankbar für Versuche der Konkurrenz. Es ist jedoch schwierig gemeinsam daran zu arbeiten, weil das Kartellamt dem entgegenstehen kann. Ein Zeitenwandel ist im Gange. Sunde konnte dies am anschaulichsten beschreiben:

Medien stünden international in Konkurrenz, die Leute merkten z.B. dass Al Jazeera besser sei als CNN. Dadurch verliere CNN an Werbeeinnahmen. Wäre es ein Pay-TV-Sender, würden viele „einfach ihr Abo kündigen“, was den Sender noch härter treffen würde.

Zum Abschluss verwies Sunde noch auf einen Denkfehler, der in vielen Bezahlmodellen enthalten ist und in diesem Punkt stimme ich ihm voll zu: „Niemand will noch Geld an ein Unternehmen geben. Die Leute sehen, dieser oder jener Journalist ist gut, ihm möchte ich etwas geben.“

Foto: Das Panel, aufgenommen von mir. Personen vlnr: Konjovic, Delacroix, Urbach, Sunde

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Zahlen, bitte?! Sie wollen doch alle nur das eine: Unser Geld (Teil 1: Mediaparte, Springer, taz)

Wie bereits im Text zum Panel über Leaking angekündigt, nun auch ein paar Worte zu einem weiteren Panel auf der tazlab vom Wochenende, zur Veranstaltung „Zahlen bitte“. Hier waren Georg Konjovic (Direktor Premium Content der Axel Springer AG), Géraldine Delacroix (Community-Chefin von mediaparte.fr), Peter Sunde (Mitgründer von Flattr) und als Moderator Matthias Urbach (Leiter von taz.de) dabei.

Zu Beginn präsentierten alle kurz ihr Zahlungsmodell, zu einem späteren Zeitpunkt stellte auch Matthias Urbach das am gleichen Tag eingeführte Versuchsmodel „taz zahl ich“ vor. Die Vorstellung von Flattr haute mich nicht vom Hocker, schließlich kenne ich den Dienst schon sehr gut. Wie einige Fragen aus dem Publikum später offenbarten, war dies jedoch bei weiten nicht bei allen Gästen der Fall. Allein das ist auf einem Medienkongress auch schon eine Botschaft.

Interessant fand ich das Konzept von Mediaparte. Es basiert vollkommen auf einer Paywall. Diese war von Anfang an geplant und wenn ich die Übersetzung aus dem Französischen richtig verstanden habe, wurde sie nach einer kurzen Zeit der freien Zugänglichkeit eingeführt. Wie viele Leser an diesem Moment absprangen, konnte Delacroix  jedoch angeblich nicht sagen. Die „Schallmauer“ seien 50.000 Abonnementen, ab denen die Zeitung rentabel sei. Dieser Punkt sei aktuell etwa erreicht. Vor allem begünstigt dadurch, dass man die Bettencourt-Affäre aufgedeckt habe.

Gerade hier habe ich mich gefragt, ob Medien hinter einer Paywall überhaupt klar ist, wie sehr sie auf diejenigen ohne Paywall angewiesen sind. Was ich damit meine: Ein solcher Skandal, zweifelsohne einzigartiges Material, auf das sich andere Medien beziehen werden, spricht sich erst dann herum, wenn er vielen Menschen zugänglich wird. Das passiert im Grunde nur durch frei zugängliche Medien oder die wenigen zu bezahlenden mit einer großen Reichweite. Das Medium, dass Bezahlkunden gewinnen will, reitet über das zitiert-werden meiner Meinung nach quasi parasitär auf der „Kostenloskultur“ mit. Ein Beispiel dafür ist auch Spiegel Online: Würde der Spiegel dort seine Vorabmeldungen verbreiten, wenn eh nur Spiegel-Abonnementen dort lesen würden? Leider kam ich nicht dazu, Delacroix eine Frage diesbezüglich zu stellen.

Mediaparte kannte ich vor der Veranstaltung ehrlich gesagt nicht. Es hat nun fast 50.000 Abonnementen, kostet 9 € im Monat (5 € im reduzierten Tarif) und wurde von Anfang an nur online publiziert. Finanziert wurde es durch die Gründer, finanziell recht gut ausgestatteten Journalisten.

In der Diskussion offenbarte sich, dass das Modell noch weitere Schwächen hat. So ist ein einheitlicher Preis in einer globalisierten Welt ein Problem: Ist für den Franzosen 9 € noch günstig, ist es für den interessierten Algerien schon eine ganz andere Hausmarke. Eine Frage, zu der sich bislang nur wenige Gedanken gemacht wurden. Ich persönlich bin zudem noch immer so idealistisch veranlagt, dass ich finde, Journalisten müssten stets versuchen, möglichst viele Menschen zu erreichen. Hier sind Paywalls natürlich der falsche Schritt.

Dem würde Georg Konjovic nur bedingt zustimmen, nehme ich an. Der Mann von Springer erzählte von den Erfahrungen in seinem Haus. Die Ergebnisse der Versuche, die Lokalnachrichten hinter einer Paywall zu verstecken, wie bei der Berliner Morgenpost oder dem Hamburger Abendblatt, wertete er jedoch nur als ein „ok-Ergebnis“. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Vor allem die Bereitschaft, für Content auf mobilen Endgeräten zu bezahlen sei jedoch groß. Dies bewies er eindrucksvoll mit Download- und Abonnementen-Zahlen aus seinem Haus. Er vermutet, das läge an der Einfachheit. Man müsse meist nur 1x klicken. Bezahlmodelle am Computer seien (noch) viel zu kompliziert. Gleichzeitig sagte Konjovic, man müsse davon abkommen, immer von Apple oder ähnlichen abhängig zu sein. Bei beiden Punkten teile ich seine Einschätzung…

- (Teil 2 des Textes folgt. Fokus dort ist Flattr) -

Foto: Das Panel, aufgenommen von mir. Personen vlnr: Konjovic, Delacroix, Urbach, Sunde

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Ich werde aus Flattr nicht schlau

Im Dezember habe ich hier ein paar Statistiken zu Flattr veröffentlicht. Nichts empirisches, sondern lediglich das, was ich aus meinen eigenen Flattr-„Einnahmen“ herauslesen konnte. Diese Statistik will ich nun erweitern: Zum einen mit den Zahlen zu Dezember und Januar – letztere alle unter dem Vorbehalt, dass ich sie richtig überblickt habe, denn der offizielle Revenue Report ist noch nicht draußen. Zum anderen aber um einem Vergleich zu den Page Impressions und weiteren Anmerkungen.

Update: Ich erwähnte bereits einen Vorbehalt. Darüber hinaus hat sich eine weitere Änderung ergeben, da der Klickwert bei mir offensichtlich höher lag, als zuvor angezeigt. Flattr hatte ein kleines Problem und dieses behoben. Mehr dazu auf deren Blog.

Im Januar habe ich erstmals wieder mehr Flattr-Klicks als im Vormonat bekommen, auch wenn die Zahl weiter sehr gering ist

Wie man sieht, ging die Zahl zuvor stets zurück. Eigentlich ging sie das sogar von Anfang an, da ich im Juni erst gegen Mitte des Monats startete. Ich erklärte mir das vor allem damit, dass ich ab August in Vollzeit-Praktika und fremden Städten war und demnach weniger Zeit zum bloggen hatte.

Ein Blick in meine Blog-Statistik zeigte mir jedoch: Deutlich weniger (quantitativ) habe ich nicht geschrieben. Auch die Besucherzahlen waren zwar nicht wie sonst steigend, aber auch nicht merklich rückläufig. Trotzdem: Die Gleichung mehr Reichweite und mehr Beiträge = mehr Flattr-Klicks, ist nicht vollkommen falsch, wie die nächste Grafik zeigt.

Die Anzahl der Flattr-Klicks pro Page Impression liegt bei mir relativ konstant um die 2 Promille. Zwar ist ein Trend nach unten zu erkennen, aber um den bestätigen zu können, bräuchte man mehr Zahlen. Bei mir sind es wie bereits erwähnt eher wenige PI und kaum beachtenswerte Flattr-Klicks. Es wäre interessant, die Daten größerer Flattr-Nutzer in Hinblick auf diesen Aspekt zu erfahren.

Ich schrieb, die Flattr-Klicks pro PI seien recht konstant bei 2 Promille. Die Grafik freilich zeigt einen großen Ausschlag in Juli/August. Dafür habe ich eine einfache Erklärung: Ende Juli veröffentlichte ich einen vierteiligen Essay über Flattr, der viel beachtet und geklickt wurde. Somit war in den betreffenden beiden Monaten wohl ein deutlich größerer Prozentsatz meiner Leser Flattr-affin.

Bei mir werden vor allem Beiträge zu Flattr selbst oder zu Medien-Themen geflattrt. Das deutet an, dass Flattr wohl noch ein Nischendasein in einer medienaffinen (einige sagen nerdigen) Szene führt. Mit Nutzung und Berichterstattung müsste er hier herausgeführt werden, wenn er dauerhaft erfolgreich sein will. Ich glaube, langsam wäre es Zeit, dass ein weiterer großer Player einsteigt. In meinen Essay sagte ich ja bereits, dass dies schrittweise und behutsam erfolgen sollte.

Noch einmal zurück gekommen auf die Frage, was geflattrt wird: Ein großes Mysterium ist für mich mein „Blog-Button“. Rechts oben habe ich, wie auch z.B das Pottblog oder jüngst sogar die taz, einen Button allgemein für das Blog. Dort sollen Leser klicken können, wenn sie allgemein die Arbeit im Blog unterstützen wollen oder zusätzlich zu einem honorierten Artikel quasi doppelt „danke“ sagen wollen. Außerdem platziere ich nicht unter jeden Beitrag einen Button. Auch hierfür ist der allgemeine.

In den ersten Monaten wurde er sehr häufig geklickt. Im Dezember und Januar gar nicht mehr. Eine Erklärung dafür habe ich nicht. Vielleicht hat sich das Nutzerverhalten geändert, oder es waren anfangs stellvertretene Klicks für alles, was vor Flattr so geschrieben wurde? Ich bin gespannt, wie sich vergleichbare Buttons auf mehr besuchten Seiten (allen voran taz.de) entwickeln.

Außerdem befürchte ich, dass mir einige Flattr-Klicks durch die Lappen gehen, da die statischen Buttons zwar angeklickt werden, auf der sich öffnenden Seite dann aber nicht wirklich geflattrt wird. Darauf deutet meine Statistik hin. Vielleicht ist Flattr dahingehend noch nicht übersichtlich genug. Vielleicht wollen die Leute jedoch auch nur sehen, wie oft geflattr wurde.

Flattr Klickwert JanuarZu guter Letzt das leidigste aller Themen: Der Klickwert. Ich habe mir sagen lassen, bei einer großen Anzahl an Klicks pendelt er sich um die 20 Cent ein. Bei meinen kleinen Klickzahlen ist er weiter unvorhersehbar, meist ist er höher als besagte 20 Cent, so auch im Januar, wo er geringfügig stieg.

Aber immerhin, der Trend geht ja wieder nach oben. Und außerdem blogge ich nicht, um Flattr-Klicks zu bekommen, sondern um zu bloggen. Das sollte man nie vergessen. Deshalb wird es, wenn mir gerade danach ist, auch weiter Beiträge zu nicht Flattr-affinen Themen geben. Die Zahlen beobachte ich dennoch weiterhin. Nicht zuletzt, weil ich mit Kollegen ein paar Projekte plane, in denen auch Flattr-Einnahmen als Teilfinanzierung dienen sollen. Mehr dazu zu seiner Zeit.

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Ein halbes Jahr Flattr – eine kleine Bilanz

Seit über einem halben Jahr nutze ich nun Flattr. In dieser Zeit habe ich mich intensiv mit dem Dienst beschäftigt. Ich habe ein Interview geführt, mehrere Artikel zum Thema auf CARTA und auf meinem Blog, sowie einen Text dazu auf Spiegel Online verfasst. In dem halben Jahr ist auch einiges passiert.

Die geschlossene Beta (schon einige Zeit lang) ist vorbei, das Design der Buttons hat sich geändert, die Möglichkeit „Things“ automatisch monatlich zu flattr (Abo) wurde eingeführt und auch die Zahlungsmöglichkeiten wurden verfeinert. Letzteres allerdings noch lange nicht ausreichend.

Was habe ich geflattert?

Ich habe wohl am häufigsten bei der taz und bei CARTA auf „flattr this“ geklickt. Aber natürlich nicht nur dort. Erfreulicher Weise bin ich bei vielen Blogs, die Themen in meinem Interessengebiet behandeln, auf Flattr-Button gestoßen.

Wenn ich etwas flattrte dann meist, weil es aufwändige Recherche waren (gemessen an den Möglichkeiten, sprich bei einem Blogger gilt ein anderer Maßstab als bei der taz) und/oder der Inhalt mich in irgendeiner Weise berührte. Meist waren das Dinge, von denen ich es gut fand, dass ihnen mal jemand Zeit gespendet hat, (um darüber zu berichten). Aber auch reine Kommentare/Gedankengänge sind unter den von mir honorierten Dingen. Dann meist, wenn der Inhalt auch mich auf neue Gedanken brachte.

So habe ich in der letzten Zeit einige Texte zu wikileaks geflattrt, die Aspekte beinhalteten, die ich so bislang nicht bedacht hatte. Auch würde ich Beiträge flattrn, die mir in eigenen Recherchen helfen. Das ist aber bislang noch nicht vorgekommen. Die Zahl der geflattrten Dinge lag bei mir pro Monat bislang zwischen sechs und 12 Dingen. Bis auf eine Sache waren alles Texte.

Wie sieht es auf der Einnahmen-Seite aus?

Mittlerweile habe ich aufgegeben, die Einnahmeseite verstehen zu wollen. Vielleicht komme ich in ein paar Monaten noch einmal darauf zurück. Fürs erste ist sie aber absolut unkalkulierbar: Als ich im Juni einstieg, bekam ich sehr viele Flattr-Klicks und gleichzeitig war der Klickwert im Schnitt mit 0,74 Euro sehr hoch. Im Monat drauf waren die Klicks noch mehr, der Klickwert aber bei 0,26 Euro, somit die Einnahmen geringer.

Auch in den Folgemonaten schwankte der Durchschnittswert massiv (siehe Grafik). Den Effekt kann man auch in den Revenue-Reports innerhalb des eigenen Angebots erkennen. Ich hatte bereits Klicks die über 2 Euro wert waren-  und welche die nur 2 Cent wert waren. Das macht die Einnahmeseite unvorhersehbar.

Bei Angeboten mit mehr Lesern, wie zum Beispiel taz.de, gleicht sich das mehr aus, eine Prognose fällt somit einfacher. Wenngleich man manchmal dennoch staunend vor dem Berg steht, wenn ein Müsli-statt-Terrorangst-Text von Ranga Yogeshwar 600 Mal geflattrt wird. Die Anzahl der von mir erhaltenen Klicks ist hingegen weiter eher zu vernachlässigen.

Am häufigsten geklickt wurde der Button für das ganze Blog (oben rechts). Doch das hat klar nachgelassen: Wurde er in den ersten Monaten noch fast 10 mal geklickt, sind es nun meist nur 1-2 Klicks darauf. Das mag daran liegen, dass die Nutzung von Flattr nun spezifischer geworden ist. Das ist jedoch nur eine These.

Die am häufigsten honorierten Beiträge sind mein mehrteiliger Essay zu Flattr aus dem Sommer, sowie die vorausgegangene Umfrage, ob größere Nachrichtenseiten mit dem Dienst planen. Ebenfalls häufig geflattrt wurde mein Beitrag „Volontariat: Wenn der Ausgebildete eine Ausbildung sucht“, in dem es grob gesagt über die Ausbildung in der Journalismus-Branche geht.

Weitere Beiträge in diesem Klickbereich hatte ich bislang kaum. Ob ein Beitrag Flattr-Klicks erhält, ist auf meinem Blog aktuell schwer vorherzusehen. Vielleicht liegt das daran, dass viele der Leser keine Stammleser sind. Allgemein sind die Flattr-Zahlen bei mir stark gesunken und damit auch (wenn auch mit mehr Schwankungen) die Einnahmen (siehe Grafik).

Das muss nicht an Flattr liegen: Im August und September war ich im Praktikum bei Spiegel Online, ab Oktober bei der taz. Ich habe mich in für mich fremden Städten aufgehalten und in einer 40 Stunden-Woche gearbeitet. Dementsprechend ist mein Blog, insbesondere was aufwändigere Beiträge angeht, etwas hinten angestanden. Das wird sich womöglich nun wieder ändern, wo ich zurück an der Hochschule bin. Mal sehen, ob es sich auf Flattr bemerkbar macht.

Wie geht es 2011 mit Flattr weiter?

Aktuell sehe ich keinen Grund, den Dienst zu verlassen. Er ist bei vielen, die mit Medien zu tun haben, angesehen. Das habe ich zum Beispiel auf dem netzpolitischen Kongress der Grünen bemerkt. Die Frage ist, inwiefern Medien bereit sind, bei der Verbreitung von Flattr zu helfen. Auch Blogger sollten in meinen Augen wieder mehr tun, um den Dienst interessant zu machen.

Social Payment hat Perspektive und wird uns auch 2011 weiter begleiten. Ob das in Form von Flattr ist, ist eine andere Frage. Facebook halte ich für diesen Markt weiterhin für den schlafenden Riesen. Meine Prognose ist, dass die größeren Angebote, die Social Payments nutzen, verstärkt auch andere Möglichkeiten zur freiwilligen Bezahlung anbieten werden. So wollen sie auch die Leser erreichen, die nicht Flattr nutzen möchten. Die taz hat dies bereits angekündigt.

Solche Tendenzen werden es für Flattr selbst sicherlich schwieriger machen. Nicht unproblematisch -  denn ich glaube weiterhin, dass nur ein Monopol (oder zumindest Oligopol) auf diesem Markt funktionieren kann. Nichtsdestotrotz halte ich es für realistisch, dass 2011 weitere Anbieter versuchen werden, den Markt zu besetzten. Wenn sie klug sind, dann in Zusammenarbeit mit einem Medienpartner, jedoch ohne Begrenzung auf diesen.

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Gedanken zum Netzpolitischen Kongress der Grünen #nk10 (Teil 2 Workshop Medienwandel)

Nachdem ich am Samstag schon meine Gedanken zum Workshop über Menschenrechte beim Netzpolitischem Kongress der Grünen veröffentlicht habe, möchte ich nun – wie angekündigt – die zum Thema Medienwandel (“Survival of the Clickest?”)nachreichen.

Auch hier zunächst der Link zum offiziellem „Protokoll“. Es wurden vor allem die alt bekannten Fragen behandelt: Wie soll sichergestellt werden, dass Journalisten genug verdienen? Wie soll sichergestellt werden, dass die Verlage weiter existieren können oder zumindest ihre Produkte? Und welche Auswirkungen haben technische Entwicklungen in Zukunft auf den Journalismus?

Wie nicht anders zu erwarten, gab es keine Lösung auf diese Fragen – vor allem nicht zusammen genommen. Denn eigentlich ist es Weiterlesen

Flattr: Gute und schlechte Zahlen

Im zurückliegenden Monat habe ich bei Flattr erstmals Miese gemacht. Gerade einmal 0,79 Euro betrugen die Einnahmen. Zu gute halten muss man, dass ich aufgrund meiner Praktika bei Spiegel Online und der taz nur in geringeren Maße zum bloggen komme, wenngleich ich in diesem Monat einige Texte publiziert habe. Aber gerade die Berlin-Texte sind eher leichte Unterhaltung.

Die Anzahl der Flattr-Klicks war demnach sehr gering: Dreimal wurde der Button für das Blog geklickt, drei einzelne Texte wurden geflattrt. Dazu kam, dass die Klicks dieses mal im Schnitt gerade einmal 14 Cent wert waren und somit sogar unter dem gängigen Schnitt lagen. Bisher rangierte ich meist darüber, zum Teil sogar deutlich. Vor allem die Klicks auf den Blog-Button waren dieses Mal aber mit wenigen Cent verbunden.

In meinen Augen zeigt dies in erster Linie, wie schwer Flattr-Einnahmen kalkulierbar sind. Ich hatte Weiterlesen

Beeing day 72: Unbekannter Besuch

Schon mal eine Einverständniserklärung unterzeichnet, wenn man Besuch empfangen hat? Ich auch noch nicht. Bis gestern. Da besuchte mich nämlich Christine. Gekannt habe ich sie vorher nicht (wirklich).

Der Reihe nach: Christine macht derzeit in Berlin ein Praktikum. Und sie macht ein Experiment: 90 Tage – 90 Betten. Extremes Couchsurfing wenn man so will. Jede Nacht wo anders, mitunter bei sehr gewöhnungsbedürftigen „Haushalten“.

Das erste Mal gehört habe ich von der Aktion, als ich noch bei Spiegel Online in Hamburg im Praktikum war, weil der Unispiegel drüber berichtet hat (mittlerweile hat Christine dort eine kleine Kolumne). Ich schrieb ihr, weil ich die Sache spannend fand und nun wo auch ich in Berlin bin, hat es auch geklappt: Ich war einen Tag Gastgeber.

Das Experiment macht sie natürlich nicht stillschweigend, sondern sie schreibt darüber. Täglich ist Weiterlesen

Ausdrücklich nicht nur die Flattr-Zahlen August…

Wird es auch diesen Monat wieder üblich sein, seine Flattr-Einnahmen kund zu tun? Oder wird man dieses Mal dafür beschimpft? Machen wir den Test: Im August wurde ich 13 mal geflattrt, der Geldwert liegt bei etwa 7 Euro. Das macht einen Schnitt von 54 Cent. Im Vergleich zum Vormonat wurde ich weniger geflattrt (Grund kommt gleich), der Wert pro Klick stieg jedoch auf etwa das doppelte. Er ist nicht so hoch, wie in meinem ersten Monat (70 Cent), aber dennoch hoch und wie ich schätzen würde, über Durchschnitt.

Man muss fairer Weise sagen, dass die Klicks zu großen Teilen – ich nenne sie mal – Übertrags-Flattr waren. Damit meine ich Flattr-Klicks für Beiträge aus dem Juli, die zu Beginn des Monats noch viel (zum Teil durch Verlinkung) geklickt wurden. In erster Linie war das der Essay zu Flattr. Zeitlich bin ich im August nur zu wenigen Beiträgen gekommen, da ich umgezogen bin (übergangsweise) und derzeit ein Praktikum bei Spiegel Online mache. Dieses dauert auch im September an. Wie oft ich dann am Abend oder Wochenende blogge, wird sich zeigen.

Wo wir gerade bei Flattr sind: Vor kurzem schrieb mich Thomas Haseloff (mit einem s!) an. Er bat mich… ach lassen wir es ihn doch selbst sagen:

Ich studiere Medienwirtschaft an der TU-Ilmenau und schreibe gerade an meiner Diplomarbeit, die sich mit diesem neuen Ansatz – Flattr – beschäftigt. Ich möchte eine Analyse der veränderten Zahlungsbereitschaften durch Social Micropayment Plattformen untersuchen. Hierzu benötige ich Hilfe, meinen Fragebogen an so viele User wie möglich zu verbreiten, da ich eine umfangreiche Analyse durchführen möchte.

In diesem Sinne bitte ich euch den Fragebogen von Thomas auszufüllen. Hab ich auch schon gemacht, die Fragen sind unbedenklich. Besagten Fragebogen findet ihr hier.

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